Ausgangssperre in Basra soll Ruhe schaffen | Aktuell Nahost | DW | 06.09.2018
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Irak

Ausgangssperre in Basra soll Ruhe schaffen

Protestierende hatten zuvor das Gebäude der Provinzregierung in Brand gesteckt. Schwarzer Rauch lag über dem Viertel rund um das Regierungsgebäude. Proteste werden auch aus der irakischen Hafenstadt Umm Kasr gemeldet.

Bei den jüngsten Protesten in Basra soll nicht nur das Gebäude der Provinzregierung in Brand gesteckt worden sein. Auch andere öffentliche Gebäude waren betroffen, meldet der irakische Sender Al-Sumaria TV.  Es handelt sich vor allem um Einrichtungen von Schiiten. So sollen die Büros mehrerer schiitischer Parteien angezündet worden sein, außerdem auch eine Radio- und Fernsehstation.

In Agenturberichten heißt es, die nach den Ausschreitungen verhängte Ausgangssperre gelte bis auf weiteres für die gesamte Provinz Basra. Die jetzt verhängte Maßnahme ist dabei nicht die erste ihrer Art. Erst wenige Stunden zuvor war eine Ausgangssperre angeordnet worden. Die Behörden hatten diese Sperre aber unter dem Druck der Bevölkerung noch zurückgenommen. Augenzeugen zufolge waren viele Protestierende aus Trotz auf die Straßen gestürmt. Die Sicherheitskräfte seien der großen Zahl an Demonstranten nicht gewachsen gewesen.

Fehlender Strom, Salz im Trinkwasser

Bereits seit Wochen kommt es in Basra zu Protesten. Allein seit dem Wochenende starben bei Unruhen neun Menschen, mehr als 90 weitere wurden verletzt, darunter 18 Sicherheitskräfte. Obwohl die Provinz zu den ölreichsten Regionen der Welt gehört, leidet sie wie auch der Rest des Landes unter massivem Strommangel.

Für Wut sorgt zudem die Verschmutzung des Trinkwassers, das nach Angaben von Einwohnern mit Salz verseucht ist. Hunderte Menschen seien deswegen bereits in Krankenhäuser gebracht worden. Die Bewohner im Südirak, wo das Gros des irakischen Öls gefördert wird, beklagen, dass ihre Region schon seit Jahrzehnten vernachlässigt wird.

Angespannt ist die Lage auch in Umm Kasr. Der Ort liegt etwa 60 Kilometer von der Zwei-Millionen-Einwohnerstadt Basra entfernt und ist der wichtigste Hafen des Irak für Getreide- und Rohstoffimporte. Demonstranten blockieren dort Ein- und Ausgänge zum Hafengelände.

Irak, Basra: Irakische Soldaten im Hafen von Umm Qasr (Reuters/E. al-Sudani)

Im Hafen von Umm Kasr geht so gut wie nichts mehr - auch Getreidelieferungen bleiben liegen

LKWs konnten deshalb nicht losfahren. Schon vor Tagen hatte es ähnliche Blockaden gegeben. Betroffen war unter anderem die Fernstraße von Basra in die Hauptstadt Bagdad. Die Zentralregierung dort hat mehrfach zugesagt, die Versorgungslage wieder zu verbessern und auch für sauberes Trinkwasser in Basra zu sorgen.

haz/ml (rtr, afp, dpa)

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