USA attackieren Ziele im Iran - Verhandlungen gehen weiter
26. Mai 2026
Ungeachtet einer geltenden Waffenruhe hat das US-Militär Ziele im Iran angegriffen. Im Süden der Islamischen Republik wurden Raketenstellungen getroffen, wie das US-Zentralkommando (CENTCOM) mitteilte. Ebenso habe man Boote attackiert, die in der Straße von Hormus Minen verlegen sollten. Ein Sprecher erklärte, die Vereinigten Staaten übten sich in Zurückhaltung, verteidigten aber ihre eigenen Verbände.
Das amerikanische Militär machte keine Angaben zu möglichen Opfern. Iranische Medien berichten, bei einem US-Angriff im Bereich der Insel Larak seien mehrere Menschen getötet worden. Die Revolutionsgarden teilten mit, eine US-Drohne sei über eigenem Territorium abgeschossen worden.
Rubio: Abstimmung kann noch dauern
Parallel dazu gingen im Golfemirat Katar Verhandlungen über ein Ende des seit drei Monaten andauernden Krieges weiter. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Gespräche verliefen gut; sollten diese scheitern, werde es jedoch weitere Angriffe geben. Zuvor hatte Trump nahegelegt, der Abschluss einer Vereinbarung stehe unmittelbar bevor. US-Außenminister Marco Rubio sagte, die Abstimmung über die genauen Formulierungen eines Abkommens könne noch einige Tage dauern.
Erklärtes Ziel der USA ist es, den Iran davon abzuhalten, eine Atombombe zu entwickeln. Hintergrund sind nukleare Aktivitäten der Islamischen Republik, für die es im Rahmen einer friedlichen Nutzung von Kernenergie keine plausible Erklärung gibt. Hierzu zählt vor allem die hohe Anreicherung großer Mengen an Uran. Die Führung in Teheran beteuert wiederum, das Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken.
Trump: Uran aushändigen
Trump erklärte in seinem sozialen Netzwerk, der Iran müsse sein angereichertes Uran entweder "sofort" zur Vernichtung an die USA übergeben oder einer Zerstörung unter Aufsicht im eigenen Lande zustimmen. Der Prozess solle von Experten überwacht werden, schrieb der Präsident und verwies dabei auf die "Atomenergie-Kommission". Unklar blieb, ob er damit eine US-Behörde oder die Internationale Atomenergiebehörde IAEA mit Sitz in Wien meinte.
Washington verlangt vom Iran zudem die bedingungslose Öffnung der Straße von Hormus, durch die vor Kriegsbeginn rund ein Fünftel des weltweit exportierten Rohöls verschifft wurde. Nach dem Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar hatte Teheran die Schifffahrt in der Meerenge praktisch zum Erliegen gebracht. Das US-Militär reagierte mit einer Blockade iranischer Häfen, um den Iran seinerseits an der Ausfuhr eigenen Öls zu hindern.
jj/se (dpa, afp, rtr)