US-Rapper ASAP Rocky hat Schweden verlassen | Aktuell Europa | DW | 03.08.2019
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Gerichtsprozess

US-Rapper ASAP Rocky hat Schweden verlassen

ASAP Rocky und zwei Begleiter wurden wegen Körperverletzung angeklagt und saßen vier Wochen in Schweden in Untersuchungshaft. Nun dürfen die drei Männer das Land verlassen - bis zur Urteilsverkündung in zwei Wochen.

ASAP Rocky (picture-alliance/abaca/A. Marechal)

US-Rapper ASAP Rocky

Rakim Mayers, wie ASAP Rocky mit bürgerlichem Namen heißt, hob am späten Freitagabend mit einem Privatjet vom Flughafen Stockholm-Arlanda ab, wie Aufnahmen schwedischer Medien zeigten. Fotos hielten zuvor fest, wie der 30 Jahre alte Musiker freudestrahlend in einem Fahrzeug saß.

Das zuständige Gericht in Stockholm hatte ihn am Freitag bis zur Urteilsverkündung in seinem Verfahren auf freien Fuß gesetzt. Das Urteil soll am 14. August verkündet werden. Zuvor war die Untersuchungshaft noch wegen Fluchtgefahr der drei Angeklagten verlängert worden. Nach Recherchen des US-Senders CBS soll der Hip-Hop-Star bereits in Los Angeles gelandet sein.

Screenshot Instagram - ASAP Rocky (Instagram/ASAP Rocky)

Auf Instagram dankt ASAP Rocky seinen Fans für die Unterstützung in den letzten Wochen

In seiner ersten Instagram-Botschaft seit einem Monat dankte ASAP Rocky seinen Fans und Unterstützern. "Ich kann gar nicht beschreiben, wie dankbar ich bin, dass es Euch gibt", schrieb er. Es habe sich um eine sehr schwierige und demütigende Zeit für ihn gehandelt. Er wolle auch dem Gericht seinen Dank aussprechen, dass ihm und seinen Begleitern erlaubt werde, zu ihren Familien und Freunden zurückzukehren.

Angriff aus Notwehr?

ASAP Rocky und mehrere seiner Begleiter waren Ende Juni in eine gewalttätige Auseinandersetzung in Stockholm verwickelt. Der Rapper und zwei seiner Begleiter wurden daraufhin verhaftet, in Untersuchungshaft genommen und schließlich am 25. Juli wegen Körperverletzung angeklagt.

Während des Gerichtsverfahrens in dieser Woche räumten sie ein, einen 19-Jährigen geschlagen und getreten zu haben. Handy-Aufnahmen zeigen, wie der Rapper einen jungen Mann zu Boden schleudert und auf ihn einschlägt. Der New Yorker Musiker führte in dem Prozess jedoch ins Feld, er sei von dem Kläger belästigt und provoziert worden. ASAP Rocky veröffentlichte seinerseits Videoaufnahmen, die seine Schilderung untermauern sollten.

Schweden US-amerikanischer Rapper ASAP Rocky (picture-alliance/TT NEWS AGENCY/F. Persson)

ASAP Rocky (rechts) und sein Manager fahren sichtlich erleichtert am Gericht in Stockholm ab

Der Anwalt des Rappers, Slobodan Jovicic, forderte den Freispruch seines Mandanten. "Es ist meine Auffassung, dass es keine Grundlage dafür gibt zu glauben, dass die Beschreibung des Verbrechens auf meinen Mandanten zutrifft", sagte Jovicic. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine sechsmonatige Haftstrafe gefordert. "Ich verstehe nicht, dass etwas anderes als eine Gefängnisstrafe zur Diskussion steht", sagte Staatsanwalt Daniel Suneson. Der Angeklagte habe nicht wie behauptet "verängstigt" gewirkt, es habe vor seiner Tätlichkeit keinen Anlass für Notwehr gegeben.

Trump zeigt sich erleichtert

Der Fall sorgte international für Aufsehen und führte zu diplomatischen Verwerfungen zwischen Washington und Stockholm. ASAP Rockys Fans, Kollegen aus der Musikszene und Politiker bis hin zu US-Präsident Donald Trump setzten sich für den Rapper ein. Trump ging dabei sogar auf Konfrontationskurs mit der schwedischen Regierung. Diese wies wiederholt auf die Unabhängigkeit der schwedischen Justiz hin. In einem Tweet vom 20. Juli erklärte Trump er habe mit Schwedens Regierungschef Stefan Löfven telefoniert und ihm versichert, dass bei ASAP Rocky kein Fluchtrisiko bestehe.

Der Sondergesandte für Entführungsfälle der US-Regierung, Robert C. O'Brian, der auf Trumps Wunsch den Prozess beobachtet hatte, sagte nach einem Gespräch mit dem Präsidenten, dieser sei "ziemlich erfreut" über die Entscheidung der Richter gewesen. "Der Präsident meinte, sie hätten nicht inhaftiert werden sollen." Nach ASAP Rockys Freilassung schrieb der US-Präsident auf Twitter, in Anspielung auf den Namen des Rappers, diese Woche sei "Rocky", also steinig, gewesen. Nun solle er so schnell wie möglich, auf Englisch abgekürzt "ASAP", nach Hause kommen.

pgr/AR (dpa, afp)

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