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KonflikteVenezuela

Trump spricht von geheimer Störwaffe bei Venezuela-Einsatz

25. Januar 2026

Die schnelle Festnahme des früheren Staatschefs Maduro soll laut US-Präsident Trump durch eine geheime Waffe ermöglicht worden sein. US-Medien sehen die Ursache jedoch in Wartungsproblemen und fehlendem Know-how.

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US-Präsident Donald Trump redet mit Reportern in der Air Force One
US-Präsident Donald Trump redet mit Reportern an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One (22.01.2026)Bild: Mandel Ngan/AFP/Getty Images

Bei dem US-Militäreinsatz in Venezuela Anfang Januar soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump eine geheime Störwaffe entscheidend zum Erfolg beigetragen haben. In einem Interview mit der Zeitung New York Post nannte Trump das System "Discombobulator" ("Verwirrer"). Es habe die militärische Ausrüstung Venezuelas außer Gefecht gesetzt, was es US-Kräften ermöglicht habe, den autoritären Machthaber Nicolás Maduro festzunehmen und außer Landes zu bringen.

Weitere Details zu der angeblich eingesetzten Technologie wollte Trump nicht preisgeben. "Ich darf nicht darüber sprechen", sagte er. Die venezolanischen Sicherheitskräfte seien deshalb nicht in der Lage gewesen, auf den US-Angriff zu reagieren. "Sie haben ihre Raketen nie abgefeuert", erklärte Trump. "Sie hatten russische und chinesische Raketen, aber sie haben keine einzige abgefeuert. Wir kamen, sie drückten auf die Knöpfe, aber nichts funktionierte."

Eine Rauchsäule steigt auf vom Militärkomplex Fuerte Tiuna
Feuer im Militärkomplex Fuerte Tiuna nach dem US-Angriff auf Caracas, die Hauptstadt Venezuelas (03.01.2026)Bild: STR/AFP

Am 3. Januar hatten US-Eliteeinheiten mehrere Ziele in Venezuela angegriffen, darunter auch die wichtigste Militärbasis des Landes, Fuerte Tiuna. Dort wurden Maduro und seine Frau Cilia Flores festgenommen. Beiden soll in New York der Prozess wegen "Drogenterrorismus" gemacht werden. Nach Angaben venezolanischer Behörden wurden bei dem Einsatz mindestens 100 Menschen getötet, darunter venezolanische und kubanische Sicherheitsbeamte. Washington erklärte hingegen, kein US-Soldat sei ums Leben gekommen.

Medien: Venezuela fehlte es an Ersatzteilen

In der US-Presse werden jedoch auch andere Erklärungen für das schnelle Versagen der venezolanischen Verteidigung diskutiert. Laut einem Bericht der "New York Times" waren die hochmodernen russischen Luftabwehrsysteme Venezuelas nach Angaben von US-Beamten zum Zeitpunkt des Angriffs nicht einmal mit dem Radar verbunden, als US-Hubschrauber über Caracas erschienen, um Maduro festzunehmen.

Ankunft von Nicolás Maduro per Hubschrauber in Manhattan zur Gerichtsanhörung
Nach seiner Gefangennahme in Venezuela wurde der entmachtete Staatschef Maduro in ein Gefängnis in New York gebrachtBild: Kyle Mazza/Consolidated News Photos/picture alliance

Dem Bericht zufolge hatte Venezuela erhebliche Schwierigkeiten, die russische Militärtechnik instand zu halten. Häufig hätten Ersatzteile ebenso gefehlt wie das notwendige technische Wissen. Zudem soll das US-Militär vor der Festnahme Maduros gezielt Standorte bombardiert haben, an denen russische bodengebundene Flugabwehrsysteme vom Typ Buk-M2 stationiert oder gelagert waren.

Rodriguez möchte Dialog ohne "externe Befehle"

Nach dem US-Angriff und der Festnahme des bisherigen Staatschefs übernahm Delcy Rodríguez das Amt der Übergangspräsidentin. Sie kündigte Gespräche mit der Opposition an. "Trotz unserer Differenzen müssen wir uns zusammensetzen und zu einer Einigung kommen. Warum? Nun, für das venezolanische Volk", sagte Rodríguez im Staatsfernsehen. "Wenn es um den Frieden in Venezuela geht, darf es keine politischen oder parteipolitischen Differenzen geben", fügte sie hinzu.

Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez spricht am Mikrofon
Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy RodríguezBild: Leonardo Fernandez Viloria/REUTERS

Am Freitag bat Rodríguez den Präsidenten der Nationalversammlung, ihren Bruder Jorge Rodríguez, um ein Treffen mit den unterschiedlichen politischen Lagern des Landes. Die Übergangspräsidentin forderte einen Dialog mit "konkreten und sofortigen Ergebnissen". Es müsse ein "venezolanischer politischer Dialog" sein, ohne "externe Befehle".

Venezuela plant Steigerung der Ölproduktion

Zuvor hatte der staatliche Ölkonzern PDVSA angekündigt, die Erdölproduktion im laufenden Jahr um ein Fünftel steigern und den Ölsektor vollständig für private Investoren öffnen zu wollen. PDVSA-Chef Héctor Obregón erklärte am Samstag, die bisherige Rechtslage habe den Bedürfnissen des Erdölsektors nicht entsprochen. Die nun angestrebte Reform solle sicherstellen, dass Investoren die notwendige "juristische Sicherheit" erhielten. Ziel sei eine Steigerung der Erdölproduktion um "mindestens" 18 Prozent in diesem Jahr, sagte Obregón.

Das Parlament in Caracas hatte am Donnerstag in erster Lesung einen Gesetzentwurf gebilligt, der die Öffnung des Erdölsektors vorsieht. Er soll "privaten Unternehmen mit Sitz in Venezuela" die Erschließung von Ölvorkommen ermöglichen. Übergangspräsidentin Rodríguez sprach sich ausdrücklich für die Reform aus.

Seit dem Militäreinsatz in Venezuela betont auch US-Präsident Trump wiederholt sein Interesse an den umfangreichen Erdölvorkommen des Landes. Venezuela verfügt über die größten Erdölreserven der Welt. Nach der Attacke erklärte Trump, der Verkauf des venezolanischen Öls werde auf unbestimmte Zeit von Washington kontrolliert. Ein Teil der Erlöse solle in das Herkunftsland fließen, ein anderer Teil in die USA.

Nach Angaben von Übergangspräsidentin Rodríguez hat Venezuela bereits 300 Millionen Dollar (256 Millionen Euro) aus dem Verkauf eigenen Erdöls durch die Vereinigten Staaten erhalten. Mit dem Geld wolle man den Devisenmarkt stabilisieren und die Kaufkraft der Arbeitnehmer schützen, sagte Rodríguez im Staatsfernsehen. Insgesamt seien 500 Millionen Dollar aus den Verkäufen erzielt worden, von denen 200 Millionen Dollar bei den Vereinigten Staaten verblieben seien.

pgr/wa (dpa, afp)

Redaktionsschluss: 18:00 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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