US-Militär beginnt mit Abzug aus Syrien | Aktuell Nahost | DW | 11.01.2019
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Syrien

US-Militär beginnt mit Abzug aus Syrien

Die von den USA geführte Militärkoalition zur Bekämpfung der IS-Terrormiliz hat den Rückzug aus Syrien eingeleitet. Washington beeilte sich aber mit dem Hinweis, dass vorerst nur Material abgezogen werde, keine Soldaten.

Syrien US-Militär in Manbidsch (Getty Images/AFP/D. Souleiman)

US-Militär in der nordsyrischen Stadt Manbidsch

Der Sprecher der Militärkoalition bestätigte den Beginn des Abzugs aus Syrien. Konkrete Angaben zum zeitlichen Ablauf oder Truppenbewegungen würden aus Sicherheitsgründen nicht gemacht, erklärte er. Ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums präzisierte später aber, dass nur mit dem Abzug von Material aus Syrien begonnen worden sei, noch nicht mit demjenigen von Soldaten: "Wir ziehen in diesem Stadium keine Soldaten ab."

Signal an US-Präsident Trump?

US-Präsident Donald Trump hatte kurz vor Weihnachten mit der Ankündigung überrascht, umgehend alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen. Er begründete dies damit, dass der Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gewonnen sei. Aus Protest gegen Trumps Abzugsplan war Verteidigungsminister Jim Mattis zurückgetreten.

James Mattis (picture-alliance/AP/C. Kaster)

James Mattis trat aus Protest gegen den angekündigten Truppenabzug aus Syrien als US-Verteidigungsminister zurück

Später schränkte der US-Präsident seine Ankündigung stark ein und erklärte, der Abzug solle "vorsichtig" und in "angemessenem Tempo" vollzogen werden. Ein Zeitplan ist jedoch nicht bekannt. Laut CNN will das Verteidigungsministerium mit der Verlegung von Material dem Präsidenten signalisieren, dass es dessen Vorgaben folgt.

Türkei rüstet weiter für Syrien-Offensive

Unterdessen bereitet sich die Türkei trotz des Widerstandes der US-Regierung weiter auf eine Offensive gegen kurdische Truppen in Nordsyrien vor. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete von der Verlegung von weiterem Kriegsgerät an die türkisch-syrische Grenze. Mit Panzern beladene Lastwagen seien auf dem Weg in die Grenzprovinzen Gaziantep und Sanliurfa gesichtet worden.

Türkei Gaziantep Panzertransport Aufmarsch Syrien (picture-alliance/AA/R. Korkulutas )

Bereits seit Ende Dezember verlegt die Türkei Truppen und Material an die Grenze zu Syrien

Verteidigungsminister Hulusi Akar besuchte die Grenze und sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge, dass die Vorbereitungen für die Offensive "intensiv fortgesetzt" würden. Ziel der Türkei ist vor allem die kurdische YPG-Miliz, die sie als Terrororganisation ansieht. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Offensive im Dezember angekündigt, aber vorerst auf Eis gelegt, nachdem die USA ihren Truppenabzug aus Syrien in Aussicht gestellt hatten.

Warnung an die USA

Außenminister Mevlüt Cavusoglu betonte in einem Interview des Senders NTV allerdings, dass die Türkei losschlagen werde, sollten die USA ihren Abzug zu lange hinauszögern. Die hatten den Abzug jüngst wiederum an die Bedingung geknüpft, dass die Türkei die YPG nicht angreift. Die Kurdenmiliz war bislang ein wichtiger Alliierter der USA im Kampf gegen den IS.

ww/kle (afp, dpa, rtr)

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