Urlaub in Europa - was ist möglich? | Europa | DW | 09.06.2021
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Reisen in Corona-Zeiten

Urlaub in Europa - was ist möglich?

Der Sommer naht, die Corona-Impfraten steigen - und manche Länder in Europa schreiten in Sachen Grenzöffnungen deutlich schneller voran als andere. Worauf Sie bei Ihren Urlaubsplänen achten müssen - ein Überblick.

Das neue "Digitale EU-Impfzertifikat“ soll ab dem 1. Juli in Kraft treten, um Reisen innerhalb Europas zu erleichtern. Zudem haben sich die EU-Mitgliedstaaten kürzlich auf Empfehlungen geeinigt, vollständig geimpfte Touristen aus dem Ausland wieder einreisen lassen. Doch noch sind es nur Empfehlungen, und so gleicht Europa in der Realität immer noch einem Flickenteppich aus Beschränkungen. 

Frankreich

Frankreich, das weltweit beliebteste Reiseland für Touristen aus aller Welt, öffnet seine Grenzen ab dem 9. Juni für viele vollständig geimpfte Touristen aus aller Herren Länder. Nach den neuen Bestimmungen brauchen Geimpfte aus der EU sowie aus Ländern, die auf einer sogenannten "Grünen Liste" stehen, sich bei der Einreise nicht mehr auf COVID-19 testen zu lassen. Zu diesen Ländern gehören unter anderem Südkorea, Japan und Israel.

Nicht vollständig Geimpfte aus diesen Ländern können nach Vorlage eines negativen Corona-Tests einreisen. Geimpfte aus einem Land der "Orangenen Liste" brauchen keinen triftigen Grund mehr für die Einreise. Zu den "orangenen" Ländern gehören die USA, Großbritannien und die meisten afrikanischen und asiatischen Staaten. Die von dort aus Einreisenden müssen sich nicht mehr in Quarantäne begeben, aber einen negativen Corona-Test vorweisen.

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Frankreich erkennt alle Impfstoffe an, die auch von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassen sind. Als "vollständig geimpft" gelten Menschen zwei Wochen nach Erhalt ihrer zweiten Impfdosis von BioNTech, Moderna oder AstraZeneca sowie vier Wochen nach der einzigen Impfdosis des Vakzins von Johnson & Johnson.

Wenn sie einen triftigen Grund vorweisen können, dürfen auch Ungeimpfte aus diesen Ländern nach Frankreich einreisen. Zu diesen Gründen gehören etwa eine Beerdigung oder eine dringend nötige medizinische Behandlung. Das gilt auch für Bürger aus Ländern der "roten" Liste. Zu diesen gehören etwa Südafrika, Bangladesch, Chile oder Kolumbien. Alle Einreisenden aus "roten" Ländern müssen sich jedoch für mindestens sieben Tage isolieren - selbst bei vollständiger Impfung.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des französischen Außenministeriums.

Spanien

Spanien hat seine Grenzen für geimpfte Reisende aus vielen Ländern der Erde am 7. Juni geöffnet. Menschen, die aus "Risikogebieten" einreisen - dazu gehören viele EU-Mitgliedstaaten und die meisten anderen Länder der Welt - können eine Quarantäne bei der Einreise wie folgt verhindern: Entweder sie wurden mindestens 14 Tage zuvor vollständig mit einem von der EMA zugelassenen Vakzin geimpft, sie können eine überstandene COVID-19-Erkrankung nachweisen, oder sie legen einen negativen Test vor.

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Spanien hat bei der EU für Stirnrunzeln gesorgt, weil es Touristen aus Großbritannien ungeachtet ihres Impfstatus die Einreise erlaubt, während gleichzeitig fast alle EU-Bürger ihren Impfschutz oder einen negativen Test vorweisen müssen. Besondere Restriktionen gibt es für die Einreise aus Indien. Weitere Informationen finden sich auf den Seiten des offiziellen spanischen Tourismusportals TravelSafe.

Griechenland

Griechenland hat seine Grenzen für Touristen aus rund 50 Ländern geöffnet. Zu diesen zählen sämtliche EU-Staaten, die USA, Kanada, Russland und China. Um einreisen zu können, brauchen Touristen entweder eine Impfbescheinigung, einen negativen PCR-Test oder einen Beweis dafür, dass sie von einer COVID-Erkrankung genesen sind. Akzeptiert werden in Griechenland folgende Impfstoffe: BioNtech, Moderna, AstraZeneca, Novavax, Johnson & Johnson, Sinovac, Sputnik V, Casino Biologics und Sinopharm.

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Die griechischen Behörden erkennen Menschen 14 Tage nach Erhalt ihrer letzten Impfdosis als vollständig geimpft an. Stichprobenartig werden für zufällig ausgewählte Einreisende am Flughafen auch weiterhin Schnelltests angeordnet. Jeder muss mindestens 24 Stunden vor der Einreise ein Formular ausfüllen, aus dem der Aufenthaltsort während seines Urlaubs ersichtlich wird.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite Visit Greece.

Zypern

Am 25. Mai erklärte Zypern, dass es seine Grenzen für Touristen aus Dutzenden von Ländern öffnen würde. Darunter befinden sich alle EU- und EWR-Staaten, Kanada, Ägypten, Serbien, Großbritannien und die USA. Zypern kategorisiert andere Länder nach einem Ampelsystem: Touristen aus "gelben" oder "roten" Ländern müssen sich Testungen unterziehen.

Zypern Tourist aus Israel

Zypern hofft, in diesem Jahr wieder mehr Touristen begrüßen zu dürfen als 2020.

Ausgenommen davon sind vollständig geimpfte Personen mit einem gültigen Nachweis, egal welche Farbe ihr Heimatland aufweist. Zypern akzeptiert alle in der EU zugelassenen Impfstoffe sowie Sputnik V und Sinopharm.

Anders als in vielen anderen Ländern gilt man in Zypern bereits ab dem Zeitpunkt der letzten Impfung als vollständig geimpft. Eine Ausnahme gilt nur für den Impfstoff von Janssen – mit diesem Vakzin Geimpfte müssen 14 Tage warten, bis auch sie als vollständig geimpft gelten.

Kroatien

Passagiere aus EU-Ländern, die auf der COVID-19-Karte des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (European Center for Disease Control – ECDC)  als orange, rot oder dunkelrot markiert sind, können nur nach Kroatien einreisen, wenn sie mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff oder mit „Gamelaya“ (Sputnik V) geimpft wurden. Aber Vorsicht: Es gibt je nach verwendetem Vakzin unterschiedliche Zeitspannen, ab wann man nach der letzten Impfung als vollständig geimpft gilt.

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Gegen die langen Staus an der slowenisch-kroatischen Grenze gibt es leider noch keine Impfung.

Kroatien akzeptiert auch den Nachweis über eine überstandene COVID-19-Erkrankung oder einen aktuellen negativen Corona-Test, und es gibt keinerlei Einschränkungen für Reisende, die aus Ländern kommen, für die die EU eine Aufhebung aller Reisebeschränkungen empfohlen hat. Für die meisten Touristen aus Nicht-EU-Staaten gelten im Großen und Ganzen die selben Regeln, außer dass sie zusätzich eine Buchungsbestätigung ihrer Ferienunterkunft vorweisen müssen.

Reisende aus Südafrika, Brasilien oder Indien müssen sich jedoch unabhängig von ihrem Impfstatus einer Quarantäne unterziehen. Mehr Informationen bietet die offizielle Tourismus-Webseite des Landes.

Portugal und Madeira

Es gibt keine Quarantäne- oder Testvorschriften für Touristen, die auf die autonome portugiesische Insel Madeira wollen. Laut entsprechender Webseite werden "alle offiziellen Impfausweise akzeptiert". Sie sollten in Englisch von den nationalen Behörden des Einreisenden ausgestellt worden sein. Auch ein Nachweis über eine überstandene COVID-Erkrankung entbindet Besucher von der Testpflicht. Alle anderen müssen sich testen lassen, wobei Madeira jedem Besucher einen PCR-Test gratis anbietet. Für das portugiesische Festland gelten abweichende Regeln. Hier braucht jeder Einreisende – ob geimpft oder nicht – einen negativen COVID-Test.

Deutschland

Die meisten Einreisen von außerhalb der EU nach Deutschland benötigen nach wie vor einen triftigen Grund. Deutschland hat jedoch in bestimmten Fällen, in denen Reisen erlaubt sind, damit begonnen, COVID-19-Zertifikate anzunehmen. Während Passagiere, die mit dem Flugzeug anreisen, in der Regel vor dem Abflug getestet werden müssen, sind diejenigen, die stattdessen einen Impfnachweis vorlegen können, von der Testung befreit.

Reisende, die sich in einem als "Risikogebiet" bezeichneten Gebiet aufgehalten haben, müssen in der Regel in Quarantäne gehen. Dagegen kann die Quarantänefrist vermieden oder vorzeitig beendet werden, wenn bei der Einreise ein Impfnachweis vorgelegt wird. Alle in der EU zugelassenen Impfstoffe werden akzeptiert.

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Passagiere, die sich in einem Land aufhielten, das Deutschland als "Hochrisikogebiet" einstuft - wie Großbritannien, Botswana, Nepal oder Mosambik - dürfen nicht vorzeitig aus der Quarantäne entlassen werden, selbst wenn sie geimpft sind.

Andere EU-Länder wie Dänemark, Slowenien, Lettland, Estland, Österreich, Polen und Litauen verfolgen derzeit ähnliche Ansätze wie Deutschland; einige EU-Länder haben auch bilaterale Vereinbarungen zur gegenseitigen Anerkennung nationaler Impfbescheinigungen getroffen. So verzichtet Ungarn beispielsweise auf Einreisebeschränkungen für geimpfte Reisende aus Ländern wie der Türkei, Slowenien und Serbien.

Die Website "Re-open EU" der Europäischen Union bietet regelmäßige, aktuelle Informationen über Reiseregeln und -beschränkungen in allen 27 Mitgliedstaaten.

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