UNICEF: 300 Millionen Minderjährige besuchen keine Schule | Aktuell Welt | DW | 19.09.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Bildung

UNICEF: 300 Millionen Minderjährige besuchen keine Schule

Bildung ist der Ausweg aus der Armut. Doch Armut hält Kinder und Jugendliche vom Schulbesuch ab - ein Teufelskreis. Und Krieg ist auch ein Bildungskiller, wie ein Bericht der Vereinten Nationen belegt.

Gazastreifen UN-Schule, beschädigt durch israelischen Beschuss (Reuters/I.A. Mustafa)

Schule der Vereinten Nationen im Gazastreifen - beschädigt durch Beschuss

In Krisen- und Konfliktländern kann jedes dritte Kind im Alter zwischen 5 und 17 Jahren nach UN-Angaben keinen Schulunterricht besuchen. Weltweit seien etwa 104 Millionen Kinder betroffen, heißt es in einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF. Unabhängig davon, ob es in ihrer Heimat Krisen und militärische Auseinandersetzungen gibt, sind es sogar 303 Millionen Kinder und Jugendliche, die nicht zur Schule gehen.

Am schlimmsten sei die Lage in Niger, der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan und Eritrea. Alle Länder der ersten zehn Plätze liegen in Afrika. "Wenn ein Land von Konflikten betroffen ist, dann sind junge Menschen in zweierlei Hinsicht Opfer", erklärte UNICEF-Direktorin Henrietta Fore. Einerseits seien sie direkt betroffen, wenn ihre Schulen zerstört oder für militärischen Bedarf zweckentfremdet würden. Andererseits fehlten Bildung und Berufsperspektiven im Land, und die Armut verfestige sich weiter.

Wenig Geld - weniger Bildung

Armut wiederum bleibt laut UNICEF die größte Hürde, durch die Kinder vom Lernen abgehalten werden. Bei den ärmsten Kindern im Grundschulalter sei es viermal wahrscheinlicher, dass sie zuhause bleiben müssten, als bei Gleichaltrigen aus wohlhabenderen Familien.

Mit dem Bericht will UNICEF auf mangelnde Bildung in Konfliktgebieten aufmerksam machen, bevor sich in der kommenden Woche ranghohe Vertreter zur UN-Vollversammlung treffen. Im weltweiten Aufruf für humanitäre Hilfen sind laut UNICEF lediglich vier Prozent für Bildung vorgesehen.

jj/bru (dpa, kna)

Die Redaktion empfiehlt