Unbekannte Lungenerkrankung in China | Wissen & Umwelt | DW | 06.01.2020
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Gefährliche Infektionskrankheit

Unbekannte Lungenerkrankung in China

Eine bislang unbekannte Lungenerkrankung ist in China ausgebrochen. Noch gibt es keine Beweise für eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Wie viele Atemwegserkrankungen wird sie durch Viren ausgelöst.

SARS

SARS oder das "Severe Acute Respiratory Syndrom" gehört zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten der letzten Jahre. Es ist eine oft tödlich verlaufende Erkrankung der Atemwege. Die ersten Fälle traten 2002 in China auf. Von dort verbreitete sich das Virus, was auch mit dem immer schneller wachsenden globalen Reiseverkehr in Verbindung gebracht wird. Damals erkrankten weltweit mehr als 8000 Menschen, etwa 1000 starben. Betroffen waren etwa 30 Länder. Der Erreger von SARS war bis dahin unbekannt. Es handelte sich um das sogenannte Coronavirus. Forscher gehen davon aus, dass das Virus in China von Tieren auf den Menschen übertragen wurde und sich so weiter verbreteite. Die SARS-Pandemie 2002/2003 forderte etwa 1000 Todesopfer.

Coronavirus (picture-alliance/AP)

MERS- und SARS-Viren gehören zum Stamm der Corona-Viren

MERS

Das MERS-Virus ist seit 2012 bekannt. Es gehört zu einem Stamm aus der Gruppe der Coronaviren. Sie können sowohl Tiere als auch Menschen infizieren. Beim Menschen sind dabei vor allem die Atemwege betroffen. Zunächst kommt es zu grippeähnlichen Symptomen wie Husten und Fieber, häufig auch zu Kurzatmigkeit. Im späteren Verlauf kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Die Erkrankung verläuft sehr unterschiedlich, in schweren Fällen tödlich, wie im Jahr 2015 etwa in Südkorea und China.

Röntgenbild einer Lunge (Colourbox/Poprotskiy Alexey)

Eine schwere Lungenentzündung kann Folge von MERS sein

Verbreitet ist das MERS-Virus vor allem auf der arabischen Halbinsel. Daher auch die Bezeichnung "Middle East Respiratory Syndrome". Nach bisherigen Erkenntnissen wurde das Virus jahrelang von Kamelen auf Menschen übertragen. Eine Impfung oder spezielle Therapien gibt es bislang nicht.

Vogelgrippe

Verantwortlich für die Vogelgrippe ist das Virus H5N2. Das H steht für Hämagglutinin, ein Eiweiß, das dem Virus hilft, an Zellen im Atemwegssystem anzudocken. N steht für Neurominidase, die das Virus benötigt, um sich im Körper zu vervielfältigen. Betroffen von dem Virus sind Vögel wie etwa Wildgänse, es kann sich aber auch in Geflügelfarmen ausbreiten. Die meisten der dortigen Tiere sterben an der Grippe, die auch als "Geflügelpest" bekannt ist. Verantwortlich für die Infektion sind mehrere Virusstämme. Dazu gehören die Influenza-A-Viren.

Gratis-Hühner zum Müll-Sparen im Elsass (pictue-alliance/dpa/V. Kuhn)

Vogelgrippe kann nur von Tier zu Mensch übertragen werden

Die meisten Vogelgrippeviren können Menschen nicht infizieren. Die einzigen Stämme, bei denen sicher nachgewiesen ist, dass sie Menschen befallen können, sind H5N1 und H7N9. Diese können tatsächlich schwere Erkrankungen bei Menschen hervorrufen. Das Virus kann durch infizierte Tiere übertragen werden. Von Mensch zu Mensch kann das Virus nicht übertragen werden.

Menschen können sich nur durch sehr engen Kontakt mit Vögeln infizieren. Das Gefährliche an diesen wie auch anderen Viren ist, dass sie sich ständig ändern.

Legionärskrankheit

Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung. Symptome sind Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und hohes Fieber. In schlimmen Fällen kann es auch zu Verwirrtheitszuständen kommen.

Quelle für die Erkrankung sind beispielsweise Klimaanlagen, über die sich die Bakterien verbreiten können. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Erstmals wurde die Legionellose 1976 bei der Tagung einer Kriegsveteranenvereinigung, der "American Legion", entdeckt, dem Namensgeber der Krankheit. Das Treffen war in Philadelphia abgehalten worden. Mehrere Teilnehmer erkrankten damals während der Tagung an einer untypischen Lungenentzündung. Auch zwei Wochen später kam es noch zu Erkrankungen. Insgesamt waren 221 Männer betroffen, 34 von ihnen starben. Später konnte nachgewiesen werden, dass Bakterien der Art Legionella pneumophila in der Klimaanlage eines Hotels Verursacher der Epidemie waren.

Dusche Haare waschen (picture-alliance/dpa/P. Pleul)

Legionellen können in verunreinigtem Wasser stecken, etwa in der Dusche

Auch verunreinigte Wassersysteme können Ursache für die Atemwegserkrankung sein, etwa in Duschen. Die Legionärskrankheit ist weltweit verbreitet und ist vor allem für Personen mit schwachem Immunsystem gefährlich. Behandelt wird vor allem mit Antibiotika. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.