UN warnen vor neuen "Gräueltaten" im Sudan
21. Juni 2026
Angesichts eines drohenden Vorrückens der Miliz RSF (Rapid Support Forces) auf die sudanesische Stadt Al-Obeid warnen die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats vor Gräueltaten und einer sich noch weiter zuspitzenden humanitären Katastrophe. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen forderte die Miliz auf, keine Bodenoffensive zur Einnahme der Großstadt im Bundesstaat Kordofan im Sudan zu starten.
Gewaltexzesse dürfen sich nicht wiederholen
Erst am Donnerstag hatten UN-Generalsekretär António Guterres und der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen, Volker Türk, an die internationale Gemeinschaft appelliert, auf die Konfliktparteien einzuwirken, um weiteres Blutvergießen in dem nordostafrikanischen Land zu vermeiden.
Er mahnte, es dürfe in Al-Obeid nicht erneut zu Gräueltaten kommen wie bei der Einnahme von Al-Faschir in Darfur durch die RSF-Miliz Ende vergangenen Jahres. Damals wurden nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros innerhalb von drei Tagen mehr als 6000 Menschen getötet.
Millionen Menschen sind auf der Flucht
Im sudanesischen Bürgerkrieg kämpfen die Regierungsarmee SAF von De-facto-Machthaber Abdel-Fattah al-Burhan und die Miliz RSF unter Mohamed Hamdan Daglo um die Vorherrschaft im Land. Die UN sprechen von der aktuell weltweit größten humanitären Krise. Mehr als 11,5 Millionen Menschen wurden durch den Krieg vertrieben, etwa die Hälfte der Bevölkerung des Landes ist von Hunger bedroht. Menschenrechtsorganisationen werfen beiden Konfliktparteien schwere Verbrechen vor.
Der Sudan ist der drittgrößte Flächenstaat Afrikas. Die Einwohnerzahl liegt bei rund 48 Millionen.
haz/fab (dpa, afp)
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