UN-Sicherheitsrat schickt bis zu 75 Beobachter in den Jemen | Aktuell Nahost | DW | 16.01.2019
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Naher Osten

UN-Sicherheitsrat schickt bis zu 75 Beobachter in den Jemen

Es war eine einstimmige Entscheidung des höchsten UN-Gremiums - und bitter notwendig. Im Mittelpunkt steht die Stadt Hudaida, die für die Versorgung des vom Bürgerkrieg zerschundenen Landes von zentraler Bedeutung ist.

Der Leiter der UN-Mission, der niederländische Ex-General Cammaert (Zweiter von rechts), traf schon am 22. Dezember im Jemen ein. (Foto: Reuters/F. Salman)

Der Leiter der Mission, der Ex-General Cammaert (Zweiter von rechts), traf schon am 22. Dezember im Jemen ein.

Der UN-Sicherheitsrat hat einstimmig die Entsendung von bis zu 75 zivilen Beobachtern in den Jemen beschlossen. Sie sollen sechs Monate lang in den Hafenstädten Hudeida, Salif und Ras Issa den brüchigen Waffenstillstand überwachen, wie das Gremium in New York entschied. Offiziell soll die Mission "United Nations Mission to support the Hodeida Agreement" (UNMHA) heißen. Ihr Leiter, der niederländische Ex-General Patrick Cammaert, ist bereits mit einem Voraustrupp vor Ort.

Waffenruhe wird weitgehend eingehalten

Die Beobachter sollen unter anderem den Betrieb des strategisch wichtigen Hafens Hudeida, über den der Großteil der humanitären Hilfe für den Jemen in das Land gelangt, sicherstellen und den geplanten Abzug der Rebellen überwachen.

Huthi-Rebellen in der Hauptstadt Sanaa (Foto: picture alliance/AP Photo/H. Mohammed)

Huthi-Rebellen in der Hauptstadt Sanaa

Regierung und Huthi-Rebellen hatten sich im Dezember bei ihren Gesprächen unter UN-Vermittlung in Schweden auf die Waffenruhe geeinigt, die seit dem 18. Dezember in Hudeida gilt. Nach UN-Angaben wird sie mit einigen Ausnahmen weitgehend eingehalten. Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. In dem Land herrscht den UN zufolge die schlimmste humanitäre Krise weltweit. Millionen Menschen müssen hungern, 250 000 droht der Hungertod.

4,5 Millionen Euro Unterstützung aus Berlin

Bundesaußenminister Heiko Maas beriet mit internationalen Partnern in Berlin darüber, wie der in Schweden gestartete Friedensprozess für den Jemen fortgesetzt werden kann. Deutschland stellt 4,5 Millionen Euro für Hilfsprojekte in dem Bürgerkriegsland bereit. An der Konferenz nahm auch der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, teil. In einem Interview mit der Deutschen Welle zeigte er sich optimistisch. "Wir werden das hinkriegen", sagte er zu den Bemühungen um einen dauerhaften Frieden.

sti/ack (afp, dpa)