UN-Mitarbeiter im Südsudan getötet | Aktuell Afrika | DW | 14.04.2017
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Bürgerkrieg im Südsudan

UN-Mitarbeiter im Südsudan getötet

Bei den jüngsten Kämpfen im Bürgerkriegsland Südsudan sind nach UN-Angaben drei Mitarbeiter des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen ums Leben gekommen. Insgesamt wurden 16 Menschen getötet.

Südsudan WFP Hilfe in Rubkuai (Reuters/S. Modola)

Ein Helikopter des UN-Welternährungsprogramms landet im südsudanesischen Dorf Rubkuai (Archivbild)

Wie das Welternährungsprogramm (WFP) in Rom mitteilte, hatten die drei aus dem Südsudan stammenden Opfer in einem Depot der humanitären Organisation gearbeitet. Einer der Männer sei am Montag bei Kämpfen in der nordwestlichen Stadt Wau erschossen, die anderen seien mit Macheten tödlich verletzt worden.

Der WFP-Direktor in Südsudan, Joyce Luma, sagte, man sei "schockiert und untröstlich" angesichts der Nachricht vom Tod der Kollegen. Sie hätten jeden Tag dafür gearbeitet, dass lebensrettende Nahrung an Millionen Menschen verteilt werden könne.

Fast jeder dritte Sudanese ist geflohen

Seit Ausbruch des Bürgerkrieges Ende 2013 sind im Südsudan mindestens 80 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen ums Leben gekommen. Der Konflikt wurde durch einen Machtkampf zwischen Präsident Alva Kirr und dessen damaligem Stellvertreter Riek Machar ausgelöst. Inzwischen hat der Bürgerkrieg auch ethnische Hintergründe: Kiirs Gefolgsleute vom Volk der Dinka kämpfen gegen Machars Anhänger vom Stamm der Nuer.

In einem Statement der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch heißt es, Regierungstruppen hätten bei den Kämpfen in Wau Angehörige ethnischer Minderheiten, die angeblich Machar unterstützt hätten, "kollektiv bestraft". Der Nachrichtenagentur AFP zufolge berichteten Augenzeugen, Soldaten der Regierung hätten gezielt Zivilisten angegriffen, die im Verdacht stünden, Rebellen zu unterstützen.

Bislang sind Zehntausende der Gewalt im Südsudan zum Opfer gefallen. Rund 3,5 Millionen Menschen sind wegen der Kämpfe geflohen - das ist fast jeder dritte Südsudanese. Die Vereinten Nationen haben Ende Februar für Teile des Südsudans eine Hungersnot erklärt. 100.000 Menschen sind unmittelbar vom Hungertod bedroht, eine Million weitere stehen demnach kurz davor. Der Südsudan ist 2011 vom Sudan unabhängig und ein eigener Staat.

hk/haz (dpa, afp)

 

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