UN: Mindestens 10.000 Tote im jemenitischen Bürgerkrieg | Aktuell Nahost | DW | 30.08.2016
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UN: Mindestens 10.000 Tote im jemenitischen Bürgerkrieg

Dazu drei Millionen Binnenflüchtlinge und akuter Nahrungsmittelmangel, das ist die erschreckende Kriegsbilanz. Die neuen Zahlen der Vereinten Nationen basieren auf Informationen direkt aus dem Jemen.

Huthi-Kämpfer in Sanaa (Foto: Reuters)

Huthi-Kämpfer in Sanaa (Archivbild)

Quellen für die jüngste Schätzung der Todesopfer seien offizielle Statistiken von Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen im Jemen, teilte der UN-Nothilfekoordinator Jamie McGoldrick mit. Bislang hatten Behörden und Hilfsorganisationen die Zahl der im Jemen-Konflikt getöteten Menschen auf rund 6000 geschätzt, deutlich weniger als die jetzt angegebenen mindestens 10.000 Todesopfer.

Der Jemen-Koordinator der Vereinten Nationen erklärte auf einer Pressekonferenz in Sanaa, die Zahl der Toten könne auch noch höher liegen. In einigen Gegenden gebe es keine medizinische Hilfe und Angehörige würden Opfer oft sofort begraben. McGoldrick machte keine Angaben dazu, wie sich die Opferzahlen zwischen Zivilisten und Armee- oder Milizangehörigen verteilen.

Mehrere Millionen Binnenflüchtlinge

Laut McGoldrick wurden zudem drei Millionen Menschen aus ihren Häusern und Städten vertrieben, mindestens 200.000 seien ins Ausland geflohen. Von den 26 Millionen Einwohnern im Jemen seien zudem 14 Millionen Menschen dringend auf Hilfslieferungen angewiesen. Sie benötigten sauberes Trinkwasser und Nahrungsmittel.

Die Vereinten Nationen bezeichneten die Lage der Menschen im Jemen als "tragisch". Bereits vor Wochen hatte McGoldrick von einer der schlimmsten humanitären Katastrophen der Welt gesprochen, die sich ständig weiter verschlimmere.

Im Jemen tobt seit September 2014 ein erbitterter Bürgerkrieg. Armeeeinheiten und bewaffnete Gruppierungen, die Präsident Abed-Rabbu Mansur Hadi nahestehen, kämpfen gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März 2015 werden die dem international anerkannten Präsidenten Hadi nahestehenden Kräfte durch Luftangriffe einer von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz unterstützt.

Radikale Islamisten, darunter die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), haben in dem Land Fuß gefasst und verüben immer wieder Anschläge mit vielen Todesopfern. Zuletzt waren am Montag bei einem Selbstmordanschlag auf einen Militärstützpunkt in der südjemenitischen Hafenstadt Aden mehr als 50 Menschen getötet worden. Der Staat im Süden der Arabischen Halbinsel gehört zu den ärmsten Ländern der arabischen Welt.

qu/jj (rtr, APE)