UN-Friedensmission in Haiti wird eingestellt | Aktuell Amerika | DW | 15.10.2019
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Karibik

UN-Friedensmission in Haiti wird eingestellt

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat nach 15 Jahren die UN-Friedensmission in dem Karibikstaat beendet. Generalsekretär Guterres appellierte in New York an alle Parteien in Haiti, ihre Differenzen beizulegen.

Die UN hatten 2004 nach dem Sturz des damaligen Präsidenten Jean-Bertrand Aristide Friedenstruppen nach Haiti entsandt. 2017 wurden die Blauhelmsoldaten durch eine UN-Polizeimission ersetzt. Die Zahl der entsandten Polizisten wurde schrittweise von 1300 auf 600 zurückgefahren. Nun soll sie durch eine noch kleinere politische Mission ersetzt werden.

In einem Bericht zeigte sich UN-Generalsekretär Antonio Guterres pessimistisch angesichts der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krise des Landes. Die Lage in Haiti sei "zunehmend besorgniserregend". Es sehe derzeit nicht danach aus, dass die Krise "entschärft oder beigelegt" werde. Dennoch appellierte er in New York an alle Parteien in Haiti, ihre Differenzen beizulegen.

Feindbild: Staatschef Moïse

In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Protesten, die sich vor allem gegen den seit Februar 2017 amtierenden Staatschef Jovenel Moïse richten. Die Opposition zweifelt seinen Wahlsieg an und fordert seinen Rücktritt. Moïse und seiner Regierung werden zudem zahlreiche Korruptionsaffären und persönliche Bereicherung angelastet.

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Der Staat mit etwa elf Millionen Einwohnern ist weitgehend von Hilfszahlungen aus dem Ausland abhängig. Die Bevölkerung leidet unter Kriminalität, Massenarbeitslosigkeit, Korruption und einer hohen Inflationsrate. Noch verschärft wurde die Lage durch ein verheerendes Erdbeben im Januar 2010, bei dem etwa 200.000 Menschen ums Leben kamen. Drei Fünftel der haitianischen Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze von zwei US-Dollar am Tag.

qu/ie (afp, rtr)

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