UN-Entwicklungsindex: Von Ungleichheit und verlorenen Chancen | Aktuell Welt | DW | 15.09.2018
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Lebensqualität

UN-Entwicklungsindex: Von Ungleichheit und verlorenen Chancen

Die Unterschiede im menschlichen Wohlergehen sind massiv, je nachdem, aus welcher Region des Globus man stammt. Und obwohl es schon deutliche Fortschritte gegeben hat, bleibt noch sehr viel zu tun.

Menschen in hoch entwickelten Ländern leben im Durchschnitt rund 19 Jahre länger als jene in Ländern mit niedrigem Entwicklungsstatus. So könne etwa ein Neugeborenes in Norwegen damit rechnen, 82 Jahre alt zu werden und 18 Jahre Ausbildung zu genießen, heißt es im Index für menschliche Entwicklung (HDI) der Vereinten Nationen. Ein Kind im Niger werde etwa fünf Jahre lang ausgebildet – und habe eine künftige Lebenserwartung von 60 Jahren.

In der Rangliste für die höchste Lebensqualität belegten neben Spitzenreiter Norwegen noch die Schweiz, Australien, Irland und Deutschland die obersten fünf Plätze. Auf den Positionen sechs bis zehn der Tabelle finden sich Island, Hongkong, Schweden, Singapur und die Niederlande. Die USA kommen auf Position 13, direkt darauf folgt Großbritannien als Nummer 14. Frankreich erreicht Platz 24. Die Schlusslichter bilden die afrikanischen Länder Niger, Zentralafrikanische Republik, Südsudan, Tschad und Burundi.

Norwegen Bergen Stadt Hafen (Getty Images/E. Piermont)

Im weltweiten Vergleich lebt es sich in Norwegen am besten

Es gibt Fortschritte, durchaus

Irland verzeichnete in den vergangenen fünf Jahren mit 13 Plätzen den höchsten Aufstieg im Ranking. Die Türkei, die Dominikanische Republik und Botswana rückten jeweils um acht Plätze vor. Die deutlichsten Rückgänge gab es in Konfliktgebieten: Syrien fiel um 27 Plätze, gefolgt von Libyen (26 Plätze) und dem Jemen (20 Plätze).

Der Bericht des UN-Entwicklungsprogramms UNDP vergleicht Zugang zu Bildung und Gesundheit sowie Einkommen. Dabei zeigt der globale Trend weltweit Verbesserungen auf: Menschen leben länger, sind besser ausgebildet und haben höhere Einkommen. Aktuell liegen 59 Länder im hohen Entwicklungsbereich, 38 Länder im niedrigen. 2010 waren es 46 Länder im hohen und 49 im niedrigen Bereich.

Die Tragödie von Millionen

Die Abweichungen zwischen den einzelnen Ländern sind aber nach wie vor massiv. Die Statistik drücke die "Tragödie von Millionen aus, deren Leben von Ungleichheit und verpassten Chancen betroffen sind", sagte der deutsche UNDP-Leiter Achim Steiner.

UNDP kümmert sich mit rund 15.000 Mitarbeitern in mehr als 170 Ländern um die Stabilisierung und Entwicklung von Ländern auf der ganzen Welt. Die UN-Behörde hat ein Jahresbudget von rund fünf Milliarden Dollar.

rb/cgn (dpa, epd, kna)

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