UN: Die Erde heizt sich immer stärker auf | Aktuell Welt | DW | 06.02.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Klima und Wetter

UN: Die Erde heizt sich immer stärker auf

Die vergangenen vier Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wettermessungen. Was auch daran liegen könnte, dass es beim Klimaschutz nicht wirklich vorwärts geht - Deutschland beispielsweise verpasst die eigenen Ziele.

Sommerwetter in Deutschland (picture-alliance/dpa/P. Förster)

Der Sommer 2018 war nicht nur in Deutschland besonders heiß - hier ein Archivbild vom Juli aus Schönebeck in Sachsen-Anhalt

Seit dem Jahr 1880 wird die Temperatur systematisch und weltweit gemessen. Und noch nie gab es eine Periode mit so vielen Temperaturrekorden am Stück. Nach Angaben der Weltwetterorganisation ist der Temperaturanstieg an Land und in den Ozeanen von 2015 bis 2018 außergewöhnlich hoch gewesen. Auch der Blick auf einen größeren Zeitraum bringt Erstaunliches zu Tage: Die zwanzig wärmsten Jahre wurden innerhalb der vergangenen 22 Jahre verzeichnet, berichtet der Generalsekretär der UN-Organisation, Petteri Taalas in Genf.

Für die Forscher ein klares Zeichen, dass sich der Klimawandel ungebremst fortsetzt. So hätten die durchschnittlichen globalen Temperaturen an Land im Jahr 2018 um rund ein Grad Celsius über den Werten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelegen. Beim vergangenen Jahr handele es sich insgesamt um das viertwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Taalas Secretary - Generalsekretär der WMO (Reuters/D. Balibouse)

Petteri Taalas, Generalsekretär der Weltwetterorganisation

2016 hat alle Rekorde gebrochen

Das insgesamt wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war 2016. Die Temperaturen hätten im Mittel die des vorindustriellen Zeitalters um 1,2 Grad Celsius übertroffen. Zu den hohen Temperaturen 2016 habe allerdings das Wetterphänomen "El Niño" beigetragen, das nur etwa alle vier Jahre auftritt.

Der Generalsekretär der Weltwetterorganisation rief dazu auf, den Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase konsequent zu drosseln. Die eisigen Temperaturen in Teilen Nordamerikas widerlegen laut Taalas nicht die wissenschaftlich fundierte These, dass die Erde sich langfristig aufheizt.

Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hat sich die Staatengemeinschaft verpflichtet, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter zwei Grad, möglichst sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Bei einer Konferenz in Kattowitz hatten sich im Dezember 2018 mehr als 190 Staaten auf ein Regelbuch zur Umsetzung des Pariser Abkommens geeinigt.

Deutschland verfehlt Klimaschutzziele für 2020

Schaut man sich den gegenwärtigen Stand beim Klimaschutz an, kann man allerdings Zweifel haben, dass das gelingt. So wird  Deutschland seine Klimaziele für das Jahr 2020 deutlich verfehlen. Statt der angestrebten 40 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 wird Deutschland nur eine Verringerung um rund 32 Prozent erreichen, wie der an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett gebilligte Klimaschutzbericht zeigt.

Umweltministerin will neues Klimaschutzgesetz vorlegen

"Deutschland war beim Klimaschutz in den vergangenen Jahren trotz einiger Fortschritte bei der Energiewende insgesamt noch nicht auf Zielkurs", so Bundesumweltministerin Schulze. Sie werde ein Klimaschutzgesetz vorlegen, das die Einhaltung der Klimaziele verbindlicher macht.

Kohleausstieg soll Deutschland nach vorne bringen

Nach Ansicht der Ministerin kann auch der geplante Ausstieg aus der Kohle einen wichtigen Anteil zum Klimaschutz leisten. Für den Kohleausstieg liege jetzt ein guter Plan auf dem Tisch, der mit einer zielgerichteten Energiewendepolitik verbunden werden müsse, so Schulze. Der Ausbau von erneuerbaren Energien und Netzen müsse schneller vorankommen. Zudem müssten jetzt gute Klimaschutzkonzepte vor allem für den Verkehr und den Gebäudebereich folgen.

bru/wa (epd, afp)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema