Ukraine attackiert Erdölterminal in Sankt Petersburg
4. Juli 2026
Der Angriff auf Sankt Petersburg sei mit Dutzenden Drohnen erfolgt, teilte der Gouverneur der zweitgrößten russischen Stadt, Alexander Beglow, in Onlinediensten mit. Dabei sei das Erdölterminal im Bezirk Kirowski getroffen worden. Opfer habe es keine gegeben. Die russische Luftabwehr habe insgesamt 72 unbemannte Flugkörper abgefangen.
Eine Drohne sei in Peterhof niedergegangen, habe dort aber weder Opfer noch Schäden verursacht, erklärte der Gouverneur weiter. Der Peterhof ist ein großer Schloss- und Parkkomplex aus dem 18. Jahrhundert, der unter Zar Peter dem Großen errichtet wurde. St. Petersburg ist die Heimatstadt von Präsident Wladimir Putin.
Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, meldete zudem den Einschlag von Trümmerteilen im Bereich des Hafens Wyssozk. Dieser liegt nördlich von Sankt Petersburg nahe der Grenze zu Finnland.
Selenskyj: Ölinfrastruktur getroffen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, bei der Attacke sei Ölinfrastruktur in Häfen getroffen worden, die Einnahmen für Russlands Krieg erziele. Der Marinestützpunkt in Sankt Petersburg sei ein wichtiges militärisches Ziel. Zudem habe es erfolgreiche Angriffe auf Kronstadt gegeben.
Die Angriffe auf Sankt Petersburg erfolgten nach einem schweren russischen Angriff auf Kyjiw in dieser Woche, bei dem 30 Menschen getötet wurden. Russland greift die Ukraine seit Beginn seiner Offensive im Februar 2022 nahezu täglich mit Raketen und Drohnen an.
Das russische Militär will unterdessen die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine eingenommen haben. Generalstabschef Waleri Gerassimow habe Präsident Wladimir Putin darüber unterrichtet, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Putin sprach daraufhin von einem wichtigen Erfolg.
Ein Vertreter des ukrainischen Generalstabs wies die russische Darstellung als falsch zurück. Die Stadt befinde sich weiter unter der Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte. Im Morgenbericht des Generalstabs war die Rede davon, dass es in der Kleinstadt mit früher 67.000 Einwohnern weiterhin Gefechte gebe.
gri/pgr (afp, rtr, dpa)