Twitter löscht mehr als 70.00 Accounts von QAnon-Anhängern | Aktuell Welt | DW | 12.01.2021
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Soziale Netzwerke

Twitter löscht mehr als 70.00 Accounts von QAnon-Anhängern

Beim Sturm auf das Kapitol waren nach ersten Erkenntnissen auch Anhänger der Verschwörungstheorie beteiligt - für QAnon ist Trump eine Art Retter. Twitter setzt erneut ein Zeichen und löscht Tausende Konten.

Trump-Anhänger mit einem überdimensionalen Q auf einer Wahlveranstaltung (2018)

Trump-Anhänger auf einer Wahlveranstaltung (2018): "Sie mögen mich sehr"

Nach der Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger des scheidenden Präsidenten Donald Trump hat Twitter mehr als 70.000 Konten der Verschwörungstheorie "QAnon" gelöscht. Nach den "gewalttätigen Ereignissen in Washington" habe man Konten gesperrt, die "QAnon"-nahe Inhalte im großen Umfang geteilt hätten, und in erster Linie zur Verbreitung von Verschwörungstheorie dienten, hieß es in einer Mitteilung des Kurzmitteilungsdienstes. In vielen Fällen habe eine Person mehrere Konten verwaltet. Den persönlichen Account von US-Präsident Donald Trump, dem die QAnon-Anhänger nahe stehen, hatte Twitter bereits am Wochenende dauerhaft gesperrt.

Rechtsradikale Anhänger

Unter den Demonstranten, die das Kapitol am vergangenen Mittwoch stürmten, waren auch führende Vertreter der  "QAnon"-Bewegung. Einer von ihnen: der wegen seines Kopfschmucks aus Fell und Hörnern auffällige Jacob Anthony Chansley. Gegen Chansley, der auch als Jake Angeli bekannt ist, erhob die Staatsanwaltschaft in Washington inzwischen nach eigenen Angaben formelle Beschuldigungen wegen gewaltsamen Eindringens in das Kapitol und "ordnungswidrigen Verhaltens".

QAnon-Vertreter Anthony Chansley (Mitte) im Kapitol

"QAnon"-Vertreter Chansley (Mitte) im Kapitol: "Gewaltsames Eindringen"

"QAnon" ist eine Verschwörungstheorie, die ihren Ursprung in Internetforen hat und auf kryptischen Botschaften eines angeblichen Politik-Insiders beruht. Anhänger glauben etwa, dass der noch amtierende US-Präsident Trump einen geheimen Kampf gegen einen "Staat im Staate" ("deep state") führt und angeblichen systematischen Kindesmissbrauch unter anderem durch Politiker der Demokraten aufzudecken versucht.

"Q" taucht immer wieder auf

Mit "deep state" ist eine geheime Zusammenarbeit von Bürokraten, Geheimdienstmitarbeitern und Militär gemeint. Auch Trumps Falschbehauptungen über angeblichen Wahlbetrug wurden in der Szene aufgegriffen und weitergesponnen. Das "Q" findet sich bei vielen Kundgebungen des Präsidenten auf Fahnen und Bannern.

Trump verzichtete bislang auf eine Distanzierung von der Bewegung. Im August 2020 sagte er: "Wie ich verstehe, mögen sie mich sehr, was ich zu schätzen weiß." Twitter hatte bereits vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November, die Trump dann gegen Joe Biden verlor, zehntausende "QAnon"-Accounts gelöscht.

as/AR (dpa, afp, rtr)

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