Trump weist Vorwurf der Zögerlichkeit in Corona-Krise zurück | Aktuell Amerika | DW | 13.04.2020
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COVID-19

Trump weist Vorwurf der Zögerlichkeit in Corona-Krise zurück

US-Präsident Trump gerät angesichts der Corona-Pandemie mit Tausenden Toten in den USA immer mehr unter Druck. Seine Strategie: Angriff nach vorne. Sein Hauptziel: Möglichst bald die Wirtschaft wieder hochfahren.

US-Präsident Donald Trump hat sich gegen Vorwürfe von Opposition und Medien gewehrt, frühe Warnungen vor dem Coronavirus ignoriert zu haben. Er verstehe nicht, warum die Medien und die US-Demokraten ihn dann so heftig für die Einführung eines Einreiseverbots aus China kritisiert hätten, schrieb Trump am Sonntagabend (Ortszeit) auf Twitter und fügte hinzu: "Korrupte Medien!".

Trump hatte das Virus kleingeredet

Ranghohe Berater des Präsidenten hatten Medienberichten zufolge bereits Ende Januar vor einer Coronavirus-Pandemie gewarnt, in deren Folge Hunderttausende Amerikaner ums Leben kommen könnten. Trump selbst beteuerte noch bis Anfang März öffentlich, das Virus sei für die USA kein Grund zur Sorge. Die "New York Times" hatte zuletzt am Samstag über Trumps Vorgehen in der Anfangsphase der Corona-Krise berichtet und kritisiert, der Präsident habe "das Ausmaß des Risikos nur langsam zur Kenntnis genommen" und nicht rechtzeitig reagiert. Stattdessen habe er sich darauf konzentriert, die Wirtschaft zu schützen und Warnungen zurückzuweisen.

Der Berater von Trump in der Corona-Pandemie, der Virologe Anthony Fauci, hat Einschätzungen bestätigt, wonach die USA zu spät auf die Viruskrise reagiert hätten. Es hätten Leben gerettet werden können, wenn öffentliche Einrichtungen früher geschlossen worden wären, sagte Fauci dem Sender CNN. Es habe anfangs großen Widerstand gegeben, das öffentliche Leben herunterzufahren. Den Präsidenten nannte er dabei aber nicht namentlich. Fauci hat bereits sechs US-Präsidenten in Folge beraten.

Anthony Fauci USA NIAID 16.10.2014 (Nicholas Kamm/AFP/Getty Images)

Der Virologe Dr. Anthony Fauci berät den US-Präsidenten in der Corona-Krise

Todeszahlen sinken, aber höchste weltweit

Die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie ist unterdessen am zweiten Tag in Folge gesunken. Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore verzeichnete am Sonntagabend (Ortszeit) 1514 Todesfälle innerhalb der vorherigen 24 Stunden in den USA. Am Samstag hatte die Universität noch 1920 Corona-Tote gezählt, am Freitag 2108.

Der Gouverneur des besonders hart von der Pandemie betroffenen Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, warnte aber vor vorschneller Erleichterung. Ein "großer Rückgang" in den Totenzahlen sei noch nicht zu beobachten, erklärte er. Im Bundesstaat New York stieg die Gesamtzahl der Todesopfer auf mehr als 9000 an.

Die Gesamtzahl der Todesopfer in den gesamten USA wuchs bis Sonntagabend auf mehr als 22.000 - dies ist die höchste weltweit. Auch bei der Zahl der Infektionsfälle liegen die Vereinten Staaten an der Spitze. Die Johns-Hopkins-Universität gab sie am Sonntagabend mit rund 566.000 an.

Präsident Donald Trump und Dr. Anthony Fauci (Imago Images/Media Punch/O. Contreras)

US-Präsident Trump ist schon häufiger mit dem Virologen Anthony Fauci (rechts) vor die Presse getreten

Fauci: Lockerungen eventuell im Mai

Der Virologe Fauci hat sich vorsichtig darüber geäußert, dass die USA möglicherweise im Mai damit beginnen könnten, ihre massiven Abschottungsmaßnahmen etwas zu lockern. Die Lage werde Ende April beurteilt, und dann würden entsprechende Entscheidungen getroffen, sagte Fauci im Sender CNN. Sollte die Lage aber keine Lockerungen zulassen, würden die Ausgangsrestriktionen unverändert fortgesetzt.

Das öffentliche Leben in den USA steht wegen der Corona-Krise in weiten Teilen still, was der Wirtschaft des Landes schwer zu schaffen macht. Trump will möglichst schnell eine Rückkehr zum Normalbetrieb erreichen und voraussichtlich am Dienstag ein Expertengremium vorstellen, das darüber beraten soll. Diesem "Rat zur Öffnung unseres Landes", wie Trump ihn nannte, würden "großartige Ärzte und Geschäftsleute" sowie parteiübergreifende Experten angehören. Die Entscheidungen über die Ausgangsbeschränkungen liegen in den USA allerdings überwiegend in den Händen der Bundesstaaten sowie kommunalen Behörden und nicht in denen der Bundesregierung in Washington.

as/ww (afp, dpa, rtr)

 

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