Trump stellt Pressebriefings im Weißen Haus in Frage | Aktuell Amerika | DW | 22.01.2019
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Pressefreiheit

Trump stellt Pressebriefings im Weißen Haus in Frage

In einer weiteren Attacke auf die Medien hat US-Präsident Trump den Sinn der von seiner Sprecherin abgehaltenen Pressebriefings in Abrede gestellt. Pressevertreter sprechen von einem "furchtbaren Präzedenzfall".

Trump (M.) als sehr besonderer Gast auf Sanders' (l.) vergangenem Briefing (picture-alliance/AP Photo/J. Martin)

Trump (M.) als "sehr besonderer Gast" bei Sanders' (l.) vergangenem Briefing

US-Präsident Donald Trump hat die Medien dafür verantwortlich gemacht, dass seine Sprecherin kaum noch Pressekonferenzen veranstaltet. "Der Grund dafür, dass Sarah Sanders nicht mehr oft zum 'Podium' geht, ist, dass die Presse so unverschämt und unrichtig über sie berichtet", schrieb Trump auf Twitter. Er habe Sanders gesagt, sie könne sich die Mühe sparen - die Botschaften würden trotzdem verbreitet. Die meisten Medien würden ohnehin nie fair über ihn berichten - "daher der Ausdruck Fake News". 

Sanders hatte sich zuletzt am 18. Dezember Fragen der Medien gestellt. Am 3. Januar hatte sie noch einmal zu einem Pressebriefing ins Weiße Haus eingeladen, dann aber nur "einen sehr besonderen Gast" angekündigt: Trump, der zwar vor Journalisten sprach, aber keine Fragen annahm. 

Sarah Sanders im Gespräch mit Reportern (Getty Images/C. Somodevilla)

Sarah Sanders im Gespräch mit Reportern

Trump wirft Medien, die kritisch über ihn und seine Politik berichten, ständig vor, "Fake News" zu verbreiten. Er beschimpft diese Medien außerdem als "Feinde des Volkes". Immer wieder hat der Präsident auch einzelne Journalisten persönlich heftig angegriffen. Dem prominenten CNN-Reporter Jim Acosta ließ er im vergangenen November nach einem Wortgefecht sogar für kurze Zeit die Akkreditierung entziehen. 

"Rückzug aus Transparenz und Rechenschaftspflicht"

Die Vereinigung der White-House-Korrespondenten (WHCA) kritisierte Trumps Äußerungen. WHCA-Präsident Oliver Knox sprach von einem "Rückzug aus Transparenz und Rechenschaftspflicht", der einen furchtbaren Präzedenzfall darstelle. 

White-House-Korrespondenten beklagen regelmäßig, dass Trump-Sprecherin Sanders nur selten Pressekonferenzen abhält. Unter früheren Präsidenten waren mehrere Briefings pro Woche üblich, inzwischen vergehen Wochen ohne Briefing. Allerdings stellt sich Trump selbst häufiger den Medien, wenn auch in eher ungewöhnlicher Manier: Etwa am Rande von Kabinettssitzungen oder vor dem Einstieg in den Präsidentenhubschrauber. Dann nimmt er oft auch Fragen an. Bei diesen Gelegenheiten bleibt den Reportern weniger Zeit und Gelegenheit, Fragen zu stellen und nachzuhaken.

stu/qu (dpa, afp)

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