Trump wirft Online-Netzwerken Zensur vor | NRS-Import | DW | 18.08.2018
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USA

Trump wirft Online-Netzwerken Zensur vor

Der US-Präsident, selbst eifriger Twitter-Nutzer, wittert mal wieder eine Verschwörung. Die sozialen Medien zensierten konservative Meinungen, so Donald Trumps jüngster Vorwurf.

"Sie unterdrücken und diskriminieren republikanische und konservative Stimmen aus dem rechten Spektrum und gehen gleichzeitig gegen andere gar nicht vor", schrieb Donald Trump im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Seine Regierung werde dies nicht zulassen, da "Zensur" gefährlich sei.

Hintergrund von Trumps Vorstoß scheint zu sein, dass kürzlich mehrere soziale Medien die Nutzerkonten des ultrarechten US-Verschwörungstheoretikers Alex Jones gesperrt haben. Namentlich nannte Trump den rechtsgerichteten Radiomoderator und Internetseiten-Betreiber in seiner Tweet-Serie jedoch nicht. Jones hatte im Wahlkampf 2016 den heutigen Präsidenten Trump aber unterstützt.

"Wenn ihr Fake News ausmerzen wollt, ist nichts so fake (falsch) wie CNN und MSNBC, und trotzdem verlange ich nicht, dass deren krankes Verhalten beseitigt wird", schrieb Trump über die beiden Fernsehsender, deren Berichterstattung ihm ein Dorn im Auge ist und die er besonders häufig kritisiert.

Verschwörungstheoretiker wegen Hassreden gesperrt

Als letzte große Social-Media-Plattform hatte Twitter vor wenigen Tagen den persönlichen Account von Jones gesperrt. Zuvor hatten bereits Facebook, Apple, Spotify und YouTube Nutzerkonten des Journalisten aus Texas wegen der "Verherrlichung von Gewalt" und "entmenschlichender" Sprache gegenüber Muslimen, Migranten und Transgender-Menschen zumindest zeitweise blockiert.

Der 44-Jährige betreibt die Internetseite "Infowars", auf der er zahlreiche Verschwörungstheorien verbreitet. Er behauptet unter anderem, dass die US-Regierung in die Anschläge vom 11. September 2001 verwickelt war, und dass das Schulattentat an der Sandy-Hook-Schule 2012 vorgetäuscht war, um eine Verschärfung des Waffenrechts durchzusetzen.

Trump wirft auch etablierten US-Medien immer wieder "Fake News" vor und brandmarkte sie wiederholt als "Feinde des Volkes". Daher hatten am Donnerstag in einer abgestimmten Aktion mehr als 300 Tageszeitungen in Leitartikeln vor einer Gefährdung der Pressefreiheit durch den Präsidenten gewarnt.

qu/wa (afp, ape)

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