Trump sieht wegen Coronavirus nur ein ″sehr geringes″ Risiko | Aktuell Welt | DW | 27.02.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

COVID-19

Trump sieht wegen Coronavirus nur ein "sehr geringes" Risiko

Das Coronavirus, das von Tag zu Tag mehr Länder in Atem hält, macht dem US-Präsidenten nur wenig Sorge. Donald Trump sieht sein Land gut aufgestellt. In Deutschland geht die Suche nach möglichen Infizierten weiter.

US-Präsident Donald Trump | Ausbruch des globalen Coronavirus (COVID19) | Rede (picture-alliance/newscom/UPI/P. Benic)

Donald Trump versucht zu beschwichtigen - neben ihm Mike Pence, sein neuer Coronavirus-Beauftragter

Nach dem Einbruch an den Aktienmärkten und Warnungen der US-Gesundheitsbehörde vor einer Ausbreitung des neuen Coronavirus bemüht sich Präsident Donald Trump mit aller Macht um Deeskalation. Es gebe derzeit nur ein "sehr geringes" Risiko für die Vereinigten Staaten, es gebe keinen Grund zur Panik, versicherte Trump vor Journalisten im Weißen Haus. Er gehe nicht davon aus, dass eine Pandemie unausweichlich sei. Die USA seien "sehr, sehr" gut vorbereitet und hätten bereits wichtige Maßnahmen ergriffen, erklärte er weiter und verwies unter anderem auf Einreisebeschränkungen für Nicht-US-Bürger aus betroffenen Gebieten.

 Mike Pence bekommt noch einen Posten     

Trump beauftragte seinen Vizepräsidenten Mike Pence, die Bemühungen zum Umgang mit COVID-19 zu koordinieren. Das Weiße Haus will 2,5 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) für den Kampf gegen das neuartige Virus bereitstellen. Falls nötig, sei er auch bereit, noch mehr Geld einzusetzen, sagte Trump. Dies fordern die oppositionellen Demokraten. 

US-Präsident Trump hält im Weißen Haus in Washington eine Pressekonferenz zum Ausbruch des Coronavirus ab (Reuters/C. Baria)

Der US-Präsident zeigt, wie gut sich die USA im Kampf gegen COVID-19 vorbereitet haben

Nach den Worten von Gesundheitsminister Alex Azar gibt es bislang 15 Fälle in den USA, bei denen der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden ist. Hinzu kämen 45 Fälle von Amerikanern, die aus China oder Japan ausgeflogen worden seien.

Manöver mit Südkorea wird verschoben

Wegen der Ausbreitung der neuartigen Lungenkrankheit setzen die USA allerdings das mit Südkorea geplante gemeinsame Manöver aus. Das Training von Kommandozentralen sei suspendiert, teilten die Streitkräfte beider Länder mit. Zuvor war in Südkorea die höchste Alarmstufe ausgerufen worden. In dem ostasiatischen Staat wurden inzwischen knapp 1600 Ansteckungsfälle bestätigt, die Zahl der Todesopfer stieg auf 13. Das Land hat den größten Erregerherd außerhalb Chinas. 

In Südkorea sind rund 28.500 US-Soldaten stationiert, die das Land vor den nordkoreanischen Atomwaffen schützen sollen. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich erstmals ein US-Soldat in Südkorea mit dem Virus infiziert hat.

Video ansehen 02:03

Immer mehr Corona-Infektionen in Europa

Uiguren müssen hungern

Wegen der drastischen Maßnahmen der chinesischen Behörden zur Eindämmung des Coronavirus müssen Angehörige der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Provinz Xinjiang nach Angaben von Aktivisten hungern. Die in Washington ansässige Organisation Uighur Human Rights Project (UHRP) teilte unter Berufung auf Bild- und Videomaterial sowie Augenzeugen mit, in der Region im Nordwesten Chinas herrsche eine besorgniserregende Nahrungsmittelknappheit.

UHRP Konferenz Coronavirus (DW/W. Yang )

Menschenrechtler machen sich Sorgen um die Lage der Uiguren

Die unter Quarantäne stehenden Menschen in Xinjiang verfügten nicht über ausreichend Nahrung, Medikamente sowie andere Güter zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse.

Die Zahl der Virus-Erkrankungen in Festland-China stieg nach Angaben der Behörden um 433 auf insgesamt knapp 78.500. Zudem gab es 29 neue Todesopfer.

Saudi-Arabien vergibt keine Pilger-Visa mehr 

Saudi-Arabien schließt aus Sorge vor einer Verbreitung von COVID-19 vorläufig seine Grenzen für Pilger. Muslimische Gläubige, die nach Mekka oder Medina reisen wollen, erhalten vorerst keine Visa mehr, wie das Außenministerium in Riad mitteilte. Die größte alljährliche Pilgerfahrt nach Mekka, die Hadsch, beginnt erst Ende Juli.

Coronavirus - Saudi-Arabien (picture-alliance/dpa/AP/A. Nabil)

In Saudi-Arabien wächst die Sorge vor dem Virus - hier eine Reiseleiterin vor dem historischen Salwa-Palast in Diriyah

Im benachbarten Iran stieg die Zahl derjenigen, die an der Infektionskrankheit gestorben sind, auf 19. Außerdem gibt es 135 bestätigte Infektionen. Auch die Golfstaaten Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) meldeten mehrere Fälle.

Zehn Neuinfektionen in Deutschland 

In Deutschland gibt es inzwischen zehn Neuinfektionen. In Nordrhein-Westfalen (NRW) wurden weitere drei Fälle bestätigt. Die Erkrankten hatten zu dem Ehepaar aus dem Kreis Heinsberg Kontakt, das in der Düsseldorfer Universitätsklinik behandelt wird. Wegen dieser Neuinfektionen rief der Coronavirus-Krisenstab in NRW alle etwa 300 Besucher einer Karnevalsveranstaltung vom 15. Februar auf, sich zu melden und in Quarantäne zu gehen. Das Ehepaar hatte die Sitzung ebenfalls besucht.

Video ansehen 02:38

Coronavirus - Sorge der Bundesbürger steigt

Unter den Patienten aus Baden-Württemberg sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Göppingen, der sich vermutlich bei einer Reise nach Mailand mit Sars-CoV-2 infiziert hat. Erkrankt sind auch seine Reisebegleiterin und deren 60-jähriger Vater, ein Oberarzt. Beide werden im Krankenhaus isoliert behandelt. Zudem wurde das Virus bei einem 32-Jährigen im Landkreis Rottweil nachgewiesen, der kürzlich in Italien gewesen ist. In Rheinland-Pfalz infizierte sich ein Soldat der Flugbereitschaft der Bundesregierung. Er hatte Kontakt zu dem schwer erkrankten Ehepaar aus NRW. 

se/rb (rtr, ap, dpa, afp, epd)

Die Redaktion empfiehlt