Trump reguliert internationale Ölproduktion | Aktuell Welt | DW | 30.06.2018
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Rohstoffe

Trump reguliert internationale Ölproduktion

Der weltweite Ölpreis sei zu hoch, befand US-Präsident Donald Trump. Deshalb habe er König Salman von Saudi-Arabien gebeten, die Ölproduktion zu erhöhen, schrieb er. Der saudische König reagierte umgehend.

Saudi Arabien Dhahran Öl-Raffinerie (picture-alliance/dpa)

Öl-Raffinerie Dhahran in Saudi-Arabien (Archivbild)

Saudi-Arabien werde die Ölproduktion um bis zu zwei Millionen Barrel erhöhen, um Ausfälle infolge "der Turbulenzen und Störungen im Iran und Venezuela" auszugleichen, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er fügte hinzu: "Preise zu hoch! Er hat zugestimmt!"

Erst vor rund einer Woche hatte sich die Opec auf eine Erhöhung der Ölproduktion ab Juli verständigt. Die Mitgliedstaaten der Organisation erdölexportierender Länder einigten sich auf eine Erhöhung der Fördermenge um rund eine Million Barrel pro Tag. Damit wurde ein Kompromiss zwischen den beiden Konkurrenten Saudi-Arabien und Iran erreicht.

Die Opec hatte im November 2016 zusammen mit ihren Partnerländern eine Drosselung der Produktion beschlossen, um den damaligen Verfall der Rohölpreise zu stoppen. Auch Nicht-Mitgliedsländer schlossen sich wenig später an, um den Ölpreis zu stabilisieren. Seitdem ist der Ölpreis allerdings wieder deutlich gestiegen und lag zuletzt bei mehr als 70 Dollar pro Barrel (159 Liter.) Anfang 2016 hatte der Preis noch bei unter 30 Dollar gelegen.

Iran macht US-Präsident für hohen Ölpreis verantwortlich 

Vor allem Saudi-Arabien hatte zuletzt darauf gedrängt, wegen der erhöhten Nachfrage die Ölproduktion wieder auszuweiten, auch Russland war dafür. Der Iran hatte sich hingegen gegen eine Erhöhung der Ölproduktion ausgesprochen. Irans Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh hatte Trump für den hohen Ölpreis verantwortlich gemacht. Er sei mit seinen Sanktionen gegen den Iran und Venezuela verantwortlich für die Probleme auf den Märkten.

Das Abkommen von 2016 zur Drosselung der Ölproduktion, das noch bis Ende 2018 gilt, sieht eine Reduzierung um 1,8 Millionen Barrel pro Tag vor. Zuletzt hatten einige Förderländer ihre Produktion aber noch stärker verringert - mit dem Effekt, dass die tatsächliche tägliche Kürzung nach Angaben der Opec bei rund 2,8 Millionen Barrel lag. Mit der Einigung auf eine Erhöhung der Produktion um eine Million Barrel bekannten sich die Länder also lediglich zu bereits getroffenen Verpflichtungen.

nob/kle (afp. dpa)