Trump lädt NFL-Meister Philadelphia aus | Sport-News | DW | 05.06.2018
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Hymnenstreit

Trump lädt NFL-Meister Philadelphia aus

Nächstes Kapitel im "Hymnenstreit": Der traditionelle Empfang für den US-Football-Meister fällt aus. Präsident Donald Trump reagiert mit der Absage auf die Boykottankündigung zahlreicher Spieler der Philadelphia Eagles.

Siegerehrung Super Bowl Carson Wentz, Nick Foles (picture-alliance/AP Photo/F. Franklin II)

Eagles-Spieler Carson Wentz (r.) und Nick Foles bei der Super-Bowl-Siegerehrung

US-Präsident Donald Trump hat wegen des Hymnenstreits den Super-Bowl-Champion Philadelphia Eagles ausgeladen. Trump sagte den für Dienstag geplanten traditionellen Empfang des Meisters der Football-Profiliga NFL im Weißen Haus ab. Zuvor hatten mehrere Spieler der Eagles erklärt, dass sie das Treffen mit Trump boykottieren würden. Nach Angaben der Zeitung "New York Times" hatten weniger als zehn Teammitglieder ihre Teilnahme an der Zeremonie zugesagt.

Gegenseitige Beschuldigungen

 "Die Philadelphia Eagles können nicht mit ihrem gesamten Team kommen", wurde Trump in einem Statement zitiert: "Sie streiten mit ihrem Präsidenten, nur weil er darauf besteht, dass sie während der Hymne mit der Hand auf dem Herzen stehen, um die großartigen Männer und Frauen unseres Militärs und die Menschen unseres Landes zu ehren." Eagles-Spieler Torrey Smith widersprach auf Twitter. "So viele Lügen. Nicht viele Leute wollten überhaupt hingehen. Niemand hat das Treffen abgelehnt, nur weil Trump darauf insistiert, dass wir bei der Hymne stehen", schrieb Smith. "Und der Präsident verbreitet weiterhin die falsche Geschichte, dass die Spieler gegen das Militär sind." 

Philadelphias Bürgermeister Jim Kenney erklärte, die Ausladung zeige lediglich, dass "der Präsident kein wahrer Patriot ist, sondern ein schwacher Egomane, der Angst davor hat eine Party auszurichten, zu der niemand gehen will. Unser Rathaus ist für eine Feier immer offen."

Von der nächsten Saison an verboten

Seit fast zwei Jahren knien immer wieder NFL-Spieler beim Abspielen der US-Hymne, um gegen Rassismus, soziale Ungerechtigkeit und Polizeigewalt zu protestieren. Der erstmals vom damaligen San-Francisco-Quarterback Colin Kaepernick durchgeführten Aktion schlossen sich auch Sportler außerhalb des Footballs an. Trump hatte immer wieder gegen die seiner Meinung nach unpatriotischen Spieler gehetzt. Für die neue Saison hat die NFL den Kniefall bei der Hymne unter Strafandrohung für Vereine und Spieler untersagt. Lediglich das komplette Fernbleiben der Hymne ist gestattet.

sn/ck (sid, dpa) 

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