Trotz Handelsstreit: China hält Yuan stabil | Wirtschaft | DW | 11.04.2018
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Währung

Trotz Handelsstreit: China hält Yuan stabil

Im Handelsstreit mit den USA sendet China ein Signal der Entspannung. Die Notenbank will die Landeswährung Yuan nicht abwerten. Die IWF-Chefin warnt indessen vor einem Aufkündigen des internationalen Handelssystems.

China will im Handelsstreit mit den USA auf eine Abwertung der Landeswährung Yuan als Druckmittel gegen Washington verzichten. Man werde den Yuan nicht abwerten, um auf die Handelsspannungen zu reagieren, sagte der chinesische Zentralbankchef Yi Gang am Mittwoch (Ortszeit) auf dem asiatischen Wirtschaftsforum in Bo'ao in Südchina.

Damit reagierte er auf Medienberichte, wonach Chinas Zentralbank laut Insidern einen solchen Schritt prüfe.

Yi Gang Zentralbank China (Reuters/J. Lee)

Yi Gang ist seit 2018 Chef der chinesischen Zentralbank

Mit dem Versprechen einer weiteren Öffnung hatte Chinas Präsident Xi Jinping bereits am Dienstag in seiner Bo'ao-Rede die Sorgen über eine Eskalation des Handelskonflikts mit den USA dämpfen können.

Ohne den Konflikt mit US-Präsident Donald Trump direkt zu erwähnen, stellte er allgemein mehr Marktzugang, geringere Zölle auf Autoimporte und bessere Investitionsbedingungen in Aussicht.

Trump erklärte daraufhin, er sei sehr dankbar für Xi Jinpings freundliche Worte.

IWF warnt vor Eskalation

Viele Beobachter befürchten, dass sich zwischen Washington und Peking nach der Ankündigung wechselseitiger "Strafzölle" eine Spirale mit immer neuen Vergeltungsschritten ergeben könnte. Ähnliche Wettläufe sind mit der Abwertung von Währungen möglich, um eigene Exportgüter auf dem Weltmarkt billiger zu machen.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat am Donnerstag eindringlich vor einem Aufkündigen des internationalen Handelssystems gewarnt.

"Das regelbasierte System der gemeinsamen Verantwortung läuft Gefahr, jetzt auseinander gerissen zu werden", sagte Lagarde in Hongkong, wenige Tage vor dem Beginn der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. "Das wäre ein unentschuldbares, kollektives Politikversagen", betonte die Französin.

Christine Lagarde (Reuters/J. Naegelen)

IWF-Chefin Lagarde warnt vor Politikversagen

Das von der Welthandelsorganisation (WTO) und anderen internationalen Organen überwachte System habe dazu beigetragen, die Zahl der Menschen in extremer Armut über den Zeitraum einer Generation hinweg zu halbieren.

"Es hat die Lebenshaltungskosten verringert und Millionen von gut bezahlten Jobs geschaffen", sagte Lagarde.

Sie forderte alle Beteiligten dazu auf, ihre Anstrengungen nun zu verdoppeln, um Handelsschranken zu senken und Streitigkeiten zu schlichten, ohne zu Extremmaßnahmen zu greifen.

Chinas Wirtschaft kühlt ab

Die deutsche Autoindustrie hat die Ankündigungen aus China für eine stärkere Öffnung der Wirtschaft begrüßt. "Das ist ein sehr positives Signal für die internationale Handelspolitik", sagte der Präsident des Automobilverbands VDA, Bernhard Mattes, in einem Zeitungsinterview. "Es wäre gut, wenn sich China weiter in diese Richtung bewegt und seine Ankündigungen zur Marktöffnung in die Tat umsetzt."

Unterdessen lassen neue Inflationsdaten in China auf eine Abschwächung des Wirtschaftstwachstums schließen. Der Erzeugerpreisindex zog im März im Vorjahresvergleich um 3,1 Prozent an. Das war der niedrigste Zuwachs seit 17 Monaten, wie das Statistikbüro in Peking bekanntgab. Auch der Anstieg der Verbraucherpreise schwächte sich im vergangenen Monat ab. Der entsprechende Index lag mit einem Plus von 2,1 Prozent deutlich

unter der erwarteten Steigerung von 2,6 Prozent.

bea/ (dpa, reuters)

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