Tote bei Demonstrationen in Madagaskar gegen Wahlgesetze | Aktuell Afrika | DW | 23.04.2018
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Gewalt bei Protesten

Tote bei Demonstrationen in Madagaskar gegen Wahlgesetze

Bei Protesten sind in Madagaskar zwei Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche wurden verletzt. Die Anhänger der Opposition protestieren gegen ein neues Wahlgesetz. Ende des Jahres finden Präsidentschaftswahlen statt.

Tausende Menschen marschieren seit Tagen durch die Hauptstadt Antananarivo des Inselstaates Madagaskar. Sie protestieren gegen die Regierung von Präsident Hery Rajaonarimampianina und gegen die vom Parlament verabschiedeten Wahlgesetze. Bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften kamen am Wochenende zwei Menschen ums Leben, wie das Krankenhaus in Antananarivo mitteilte. Die Polizei feuerte Tränengas in die Menge, wodurch zahlreiche Demonstranten verletzt wurden.

Madagaskar Demonstration der Opposition in Antananarivo (Foto: Getty Images/AFP/Rijasolo)

Mit Tränengas geht die Polizei gegen die Demonstranten vor...

Präsident Rajaonarimampianina prangerte den Tod der beiden Demonstranten an und sagte, die Proteste sollen die Bevölkerung des Landes spalten. "Was am Samstag passiert ist, ist ein Coup", sagte er. "Madagaskar ist ein Rechtsstaat und ich warne diejenigen, die Unruhe säen und Menschen dazu anstiften, sich gegenseitig zu zerreißen, damit der Staat die Verantwortung übernimmt."

Präsident spricht von Putsch

Auch am Montag versammelten sich wieder Hunderte Anhänger der Opposition trotz eines Verbots der Behörden vor auf dem großen Platz vor dem Regierungssitz. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Demonstranten vor, die ihrerseits die Beamten mit Steinen bewarfen. Anhänger des früheren Staatspräsidenten Marc Ravalomanana werfen der Regierung Korruption vor. Zudem kritisieren sie, dass die neuen Wahlgesetze Rajaonarimampianinas Kritiker wenige Monate vor den Wahlen mundtot machen. So dürfe Ravalomanana nicht wieder zur Präsidentschaftswahl antreten.

Madagaskar Demonstration der Opposition in Antananarivo (Foto: Getty Images/AFP/Rijasolo)

... die Demonstranten antworten mit Steinen, Barrikaden und brennenden Reifen

Die Mission der Europäischen Union in Madagaskar rief die politischen Akteure des Landes zu Zurückhaltung auf und sprach sich für "glaubwürdige, transparente und integrative Präsidentschaftswahlen im Jahr 2018" aus. Der Vertreter der Afrikanischen Union in Madagaskar, Ahmed Youssouf Hawa, forderte ebenfalls Ruhe und Zurückhaltung. "Madagaskar muss nicht wenige Monate vor den Wahlen in eine schwierige Situation zurückfallen", sagte er in einer Erklärung.

Ende des Jahres sollen in Madagaskar Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattfinden. Der Inselstaat im Indischen Ozean an der Ostküste Afrikas zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Armut und die Zerstörung der berühmten Tier- und Pflanzenwelt der Insel zählen zu den drängendsten Problemen.

sam/kle (afpe, rtre)

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