Südostasien: Überschwemmungen erschüttern Region
Nach Rekord-Monsunregenfällen steht der Süden Thailands unter Wasser. Zehntausende Menschen im Land sowie im benachbarten Malaysia und Indonesien wurden obdachlos, bisher wurden über 30 Todesopfer gemeldet.

Wasser von allen Seiten
Viel hilft der Regenschirm nicht: Nach tagelangen Regenfällen steht der Süden Thailands unter Wasser. Die Zahl der Todesopfer stieg laut der regionalen Behörden am Mittwoch auf über 30. Die Menschen seien unter anderem durch Sturzfluten, Stromschläge und Ertrinken ums Leben gekommen. Bereits am Dienstag hatte die thailändische Regierung in der südlichen Provinz Songkhla den Notstand ausgerufen.
Land unter
Clever geparkt: Autos stehen auf einer Überführung, die aus den Fluten nach oben ragt. Nach Angaben des thailändischen Katastrophenschutzes hat sich die Überschwemmung auf zehn südliche Provinzen ausgebreitet, in denen mehrere Millionen Menschen leben. Mehr als 690.000 Menschen sind laut der Behörde vom Hochwasser betroffen, rund 10.000 wurden aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht.
Vom Wasser eingeschlossen
Per Boot versorgen Rettungskräfte Anwohner in der Touristenhochburg Hat Yai mit Lebensmitteln. Braunes, trübes Wasser hat die Straßen und Erdgeschosse zahlreicher Gebäude überflutet. Am Dienstag stieg der Wasserpegel verglichen mit Montag um fast zwei Meter an, einige Häuser in Hat Yai standen komplett unter Wasser. Auch das Militär war mit Hubschraubern und einem Flugzeugträger im Einsatz.
Zuhause auf Zeit
Auch andere südasiatische Länder sind betroffen, insbesondere Thailands Nachbarland Malaysia. Hier haben heftige Regenfälle zu Überschwemmungen in acht Bundesstaaten geführt. Wie diese Frau in Kangar mussten Behördenangaben zufolge fast 30.000 Menschen in provisorischen Unterkünften Zuflucht suchen, ein Todesfall wurde gemeldet. In den kommenden Tagen soll es in der Region weiter regnen.
Schwimmbad statt Parkplatz
Laut der thailändischen Wetterbehörde sind zwei Wettersysteme für die Katastrophe verantwortlich: der tropische Wirbelsturm Koto, der sich über der Sulusee zwischen den Philippinen und Indonesien gebildet hat, und ein tropisches Sturmsystem in der Straße von Malakka. Beide Systeme sorgten für sorgten für massive Niederschläge und starke Winde und für Überschwemmungen wie auf diesem Parkplatz.
Flucht vor der Flut
Rettungseinsatz per Boot: Auf der indonesischen Insel Sumatra wurden Tausende Bewohner obdachlos, nachdem die Niederschläge Überschwemmungen ausgelöst hatten. Laut Katastrophenschutz kamen in Nord-Sumatra mindestens acht Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Besonders betroffen ist der Bezirk Süd-Tapanuli. Hier wurden Brücken stark beschädigt, zahlreiche Straßen sind blockiert.
Rekord-Regenfälle
Ein Mann trägt seinen Hund durch die Fluten in Hat Yai. In Thailand kommt es in der Monsunzeit von Juni bis September regelmäßig zu starken Regenfällen. Expertinnen und Experten zufolge verstärkt der menschengemachte Klimawandel die extremen Wetterereignisse noch und macht ihre Ausprägung zunehmend unvorhersehbar.
Gestrandet im Schlamm
Die thailändische Tourismusbehörde TAT befürchtet derweil massive Einbußen für die beliebte Region. Rund 8000 Touristen, die meisten davon Ausländer aus Malaysia, Singapur und Indonesien, saßen in den vergangenen Tagen in Hotels und am Flughafen von Hat Yai fest. Es wird erwartet, dass das Wasser im Süden Thailands nun allmählich abfließt - laut Experten könne das jedoch Wochen dauern.