Temperaturanstieg: Kein Jahrzehnt war so heiß wie dieses | Aktuell Welt | DW | 03.12.2019
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Klimawandel

Temperaturanstieg: Kein Jahrzehnt war so heiß wie dieses

Wirklich überraschend kommt diese Meldung nicht. Nach zahlreichen Hitzejahren heißt es jetzt: Das gesamte Jahrzehnt ist das wohl heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Die Folgen des Wandels sind dramatisch.

Die Jahre 2010 bis 2019 gehen als das wohl heißeste Jahrzehnt in die Geschichte ein. Das teilten die Vereinten Nationen bei der Weltklimakonferenz in Madrid mit. Das zurückliegende Jahrzehnt sei von "außerordentlicher Hitze, Gletscherschmelze und einem weltweiten Anstieg des Meeresspiegels" geprägt gewesen, so Petteri Taalas, Generalsekretär der Weltwetterorganisation (WMO). Allein in diesem Jahr habe die Temperatur um 1,1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau gelegen.

Die neuen Befunde zum Klimawandel und seinen verheerenden Folgen seien alarmierend, so WMO-Chef Taalas. Die Temperatur-Auswertungen für 2019 seien noch nicht abgeschlossen, das laufenden Jahr dürfte aber das zweit- oder drittwärmste seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1850 werden.

Schweiz UN l Bericht zur Erreichung der Klimaziele - Petteri Taalas (picture alliance/dpa/Keystone/S. di Nolfi)

Petteri Taalas, Generalsekretär der Weltwetterorganisation (WMO)

CO2-Konzentration in der Luft hat deutlich zugenommen

Die Konzentration des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids habe im vergangenen Jahr einen neuen Höchstwert erreicht. Der Wert, der auf Millionen Teilchen bezogen angegeben wird, habe 2018 bei 407,8 gelegen. Im Jahr 2017 habe der Wert noch bei 405,5 gelegen, im Jahr 2016 bei 403,3. CO2 hat den größten Anteil an Treibhausgasen in der Atmosphäre, die auf den Menschen zurückzuführen sind. Den WMO-Angaben zufolge bleibt es über Jahrhunderte in der Atmosphäre und sogar noch länger in den Ozeanen.

Infografik Klimawandel Deutschland DE

Taalas betonte weiter, dass der Meeresspiegel seit Beginn der Satellitenmessungen 1993 beschleunigt gestiegen sei. Ein Grund sei das Schmelzen der Eismassen in Grönland und der Antarktis. Zudem sei die Temperatur in den Ozeanen gestiegen, das trage zusätzlich zu einem Anstieg des Meeresspiegels bei. Der WMO-Chef appellierte an die Länder, auf der Weltklimakonferenz mutige Beschlüsse gegen die Erderwärmung zu fassen.

Klimakonferenz in Madrid will Abkommen von Paris vorantreiben

Bei der zweiwöchigen Weltklimakonferenz bis zum 13. Dezember wollen Vertreter von mehr als 190 Staaten über weitere Schritte zur Umsetzung des Klimaabkommens von Paris beraten. Der Vertrag von 2015 setzt das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Beim letzten Gipfel im polnischen Kattowitz beschlossen die Staaten ein Regelbuch, das die Vorgaben des Pariser Abkommens konkretisiert. Bei der Konferenz wird auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg erwartet.

Portugal l Klimaaktivistin Greta Thunberg erreicht Lissabon (Reuters/R. Marchante)

Auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg will an der Weltklimakonferenz in Madrid teilnehmen

bru/sti (epd / afp)

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