Türkische Marine im ″größten Manöver″ | Aktuell Europa | DW | 13.05.2019
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Militär

Türkische Marine im "größten Manöver"

Fast 26.000 Soldaten des NATO-Partners sind in der Ägäis, dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer im Einsatz. Größe und Zeitpunkt der Militärübung lassen die Nachbarn aufhorchen.

Es ist die zweite großangelegte Übung des türkischen Militärs in diesem Jahr. Bereits im Februar hatte die Türkei die Kooperation von Heer, Luftwaffe und Marine für den Ernstfall getestet. Diesmal seien 25.900 Personen, mehr als 100 Schiffe sowie zahlreiche Helikopter und Drohnen im Einsatz, heißt es aus dem Verteidigungsministerium. Die Übung mit dem Namen "Seewolf" geht demnach am Samstag zu Ende - beim Generalstab heißt es allerdings, das Manöver werde bis zum 25. Mai dauern.

In Griechenland und der Republik Zypern werden die umfangreichen Manöver genau beobachtet. Vor allem werden die Bewegungen der türkischen Kriegsschiffe verfolgt, die aus dem Marinestützpunkt von Aksaz ausgelaufen sind, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der griechischen Küstenwache erfuhr. Aksaz befindet sich in der Nähe der Touristeninsel Rhodos und der kleinen griechischen Inselgruppe von Kastelorizo im Südosten der Ägäis. Die Türkei und Griechenland streiten sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte in der Ägäis.

Es geht auch um Bodenschätze

Zudem gibt es Spannungen wegen Gasbohrungen zwischen Ankara auf der einen und der Republik Zypern und Griechenland auf der anderen Seite. Seit Anfang Mai führt ein türkisches Schiff Erdgasforschungen westlich der Mittelmeerinsel in der Wirtschaftszone der Republik Zypern durch. Nikosia hat das nicht genehmigt. Zypern ist seit 1974 geteilt: Im Norden liegt die - nur von der Türkei anerkannte - Türkische Republik Nordzypern. Dagegen ist die Republik Zypern international anerkannt und gehört seit 2004 zur Europäischen Union.

Der EU-Mitgliedstaat hat sich mit mehreren Mittelmeer-Anrainern auf die Aufteilung des Seegebiets im östlichen Mittelmeer geeinigt, in dem vor einigen Jahren ein großes Gasfeld entdeckt worden war. Die Türkei ist an dieser Vereinbarung nicht beteiligt und sieht sich auch nicht daran gebunden. Anfang Mai kündigte die türkische Regierung an, in dem von Zypern beanspruchten Seegebiet eigene Probebohrungen vorzunehmen.

Der Westen ist in Sorge

Die EU und die USA äußerten sich "besorgt" über die türkischen Erkundungen in der "exklusiven Wirtschaftszone Zyperns". Nikosia hat bereits Aufträge zur Gasförderung an internationale Ölkonzerne wie Eni, Total und ExxonMobil vergeben. Die Türkei fordert jedoch, dass Nordzypern an der Ausbeutung des Gasfelds beteiligt wird. Ankara warnte, "diese Rechte" mit allen Mitteln zu verteidigen.

rb/jj (afp, dpa)

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