Türkei nimmt Deutschen an syrischer Grenze fest | Aktuell Europa | DW | 27.03.2018
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Aktuell Europa

Türkei nimmt Deutschen an syrischer Grenze fest

Gegen den 28-Jährigen sei wegen "Unterstützung einer Terrorgruppe" Haftbefehl erlassen worden, melden Medien. Er soll angeblich Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Kurdenmiliz YPG haben.

Türkische Soldaten Sirnak 2007 (picture-alliance/dpa/Sirnak)

Türkische Soldaten patrouillieren auf einer Straße in Sirnak (Archivbild)

Die Türkei hat laut Medienberichten einen Deutschen an der Grenze zu Syrien festgenommen, der angeblich für die kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD) kämpfen wollte. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, der Mann sei schon am 14. März im Bezirk Silopi der südöstlichen Provinz Sirnak festgenommen worden, die an Syrien und an den Nordirak grenzt. Es bestehe der Verdacht, dass der 28-Jährige im Kontakt "mit Terroristen in Syrien" gewesen sei.

Der Mann soll vier Jahre in der Bundeswehr gedient und zugegeben haben, sich dem Kampf der PYD in Syrien anschließen zu wollen. Er sei wegen "Unterstützung einer Terrorgruppe" in Untersuchungshaft genommen worden.

Medienberichte über westliche Ausländer bei den YPG

Die PYD wurde 2003 als syrischer Ableger der PKK gegründet und ist bis heute eng mit der kurdischen Organisation verbunden. Die Türkei betrachtet beide als Terrorgruppen und geht seit Januar militärisch gegen den bewaffneten Arm der PYD, die Volksverteidigungseinheiten (YPG), in der nordsyrischen Region Afrin vor. Medien berichten immer wieder über westliche Ausländer, die für die YPG kämpfen.

Die Kurdenmiliz YPG ist allerdings für die USA ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Trotz Protesten der Türkei unterstützen die USA die Gruppe mit Waffen, Spezialkräften und Luftangriffen. Die Regierung in Ankara fordert seit langem die Einstellung der Militärhilfe, doch Washington will an dem umstrittenen Bündnis festhalten, um ein Wiedererstarken des IS in Syrien zu verhindern.

cw/jj (afp, dpa)