Tödliche Eskalation im Westjordanland | Aktuell Nahost | DW | 26.09.2021
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Nahostkonflikt

Tödliche Eskalation im Westjordanland

Die Spannungen zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas haben knapp vier Monate nach einer vereinbarten Waffenruhe einen neuen Höhepunkt erreicht. Die israelische Armee tötete mindestens vier Palästinenser.

Israel I Militäraktion gegen die Hamas mindestens drei Palästinenser getötet

In Burkin, einem Vorort von Dschenin im Norden des Westjordanlandes, tötete Israels Armee einen Palästinenser

Zuerst hatten israelische Medien unter Berufung auf die israelische Armee berichtet, es sei bei einem großangelegten Einsatz gegen Mitglieder der islamistischen Hamas-Organisation an verschiedenen Orten zu Schusswechseln gekommen. Dabei seien vier militante Palästinenser getötet worden. Wie das Militär mitteilte, waren Soldaten von bewaffneten Palästinensern attackiert worden. Nähere Angaben zu den Zwischenfällen wurden nicht gemacht.

Das palästinensische Gesundheitsministerium bestätigte, drei Männer seien in der Stadt Biddu nordwestlich von Jerusalem und ein weiterer in der Nähe der Palästinenserstadt Dschenin im nördlichen Westjordanland ums Leben gekommen.

Israels Ministerpräsident Naftali Bennett

Israels Ministerpräsident Naftali Bennett (Archiv)

"Terroristen" - "Märtyrer"

Israels Ministerpräsident Naftali Bennett sprach von einem Einsatz der Sicherheitskräfte gegen "Hamas-Terroristen, die unmittelbar davorstanden, Terroranschläge zu verüben". Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Hamas sprach von "Märtyrern", deren Tod Ergebnis der israelischen Zusammenarbeit mit der Palästinenserbehörde im Westjordanland sei und nannte es "eine Fortsetzung der Verbrechen gegen unser Volk".

Der israelische Militärsprecher Ran Kochav sagte nach Angaben der "Times of Israel", man sei auf die Möglichkeit eingestellt, dass die Hamas mit Raketenfeuer auf die Vorfälle reagieren könnte.

Israel Palästinenser Konflikt | Luftabwehrsystem gegen Raketen aus Gaza

Israelisches Luftabwehrsystem gegen palästinensische Raketen aus Gaza im Mai 2021

Dauerkrise eskaliert

Der aktuelle Zwischenfall ist der tödlichste seit dem elftägigen militärischen Waffengang zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen vor gut vier Monaten. Ägypten vermittelte schließlich eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas, die am 21. Mai in Kraft trat.

Israel befürchtet schon seit längerem, dass die im Gazastreifen vorherrschende Hamas versuchen könnte, mehr Einfluss im Westjordanland zu erlangen. Dort regiert die vom Westen unterstützte rivalisierende Palästinensische Autonomiebehörde von Mahmud Abbas.

Israel hatte 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser wollen die Gebiete für einen eigenen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft.

mak/se (ape, rtre, dpa, afp)

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