Syrische Rebellen ziehen offenbar aus weiteren Gebieten ab | Aktuell Nahost | DW | 03.05.2018
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Syrien

Syrische Rebellen ziehen offenbar aus weiteren Gebieten ab

Für den syrischen Machthaber Assad ist es ein Etappensieg. Aus einer Enklave in der Nähe von Damaskus treten Rebellen jetzt den Rückzug an. Sie sollen in Gebiete im Norden Syriens gebracht werden.

Syrien - Ost Ghuta - Busse dringen in Harasta Rebellengebiet ein (Reuters/O. Sanadiki)

Rebellen werden mit Bussen in anderen Region gebracht - das gab es schon mehrfach; hier in Ost Ghuta im März 2018.

Etliche Busse fuhren nach Angaben des syrischen Staatsfernsehens in die Ortschaften Babila, Jalda und Beit Saham. Von dort wurden erste Gruppen von Rebellen mit ihren Familien in andere Regionen von Syrien gebracht. Die Bezirke südlich der Hauptstadt Damaskus waren bisher eine Enklave von Aufständischen, die gegen Machthaber Assad kämpften. Am Sonntag hatten die Rebellen eine Vereinbarung mit der Regierung getroffen, demnach sollen insgesamt rund 5000 Rebellen mit ihren Familien in Gebiete in Nordsyrien verlegt werden. Diese befinden sich noch unter Kontrolle der Aufständischen.

In den drei Ortschaften galt in den vergangenen Jahren ein sogenanntes Versöhnungsabkommen, das den Rebellen die Kontrolle über die Ortschaften überließ, sie aber zu einer Waffenruhe verpflichtete. Nach der Einnahme der Rebellenenklave Ost-Ghuta im April verstärkte die syrische Regierung den Druck auf die Aufständischen. Zahlreiche Rebellengruppen wurden inzwischen zum Abzug aus ihren Bastionen bei Damaskus gezwungen.

Vereinbarter Abzug nicht in allen Orten

Eigentlich sollten noch weitere Rebellengebiete in der Nähe von Damaskus geräumt werden. So willigten zuletzt auch frühere Al-Kaida-Kämpfer des Dschihadistenbündnisses Hajat Tahrir al-Scham ein, das palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk zu räumen. Und auch für den Bezirk Hadschar al-Aswad, der zum Teil von Rebellen besetzt ist, gibt es ein entsprechendes Abkommen. In diesen beiden Bereichen kämpfen Rebellen allerdings offenbar weiter gegen die Armee.

Syrien Jarmuk Flüchtlingscamp Luftangriffe (Getty Images/AFP/R. al Sayed)

Luftangriffe auf das Flüchtlingscamp Jarmuk

Für Machthaber Assad dürfte die Rückeroberung der Enklaven eine Art Etappensieg sein. Zum einen, weil sich diese Gebiete nah an der Hauptstadt Damaskus befinden, zum anderen, weil sich die syrische Armee damit stärker auf die noch verbliebenen Rebellengebiete konzentrieren kann.

Auch dort bröckelt offenbar der Widerstand. Für das größte belagerte Gebiet, das sich zwischen den Städten Hama und Homs befindet, gibt es ebenfalls eine Vereinbarung, die die Aufständischen zur Aufgabe zwingt. Derzeit leistet dort anscheinend eine kleinere Zahl von Rebellen weiter Widerstand.

Russischer Kampfjet durch technischen Defekt abgestürzt

Unterdessen wurde bekannt, dass beim Absturz eines russischen Kampfjets im Mittelmeer beide Piloten getötet worden sind. Die Maschine vom Typ Suchoi Su30SM sei vom russischen Luftwaffenstützpunkt Hamaimim in Syrien gestartet, sagte ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums. Beim Steigflug sei das Mehrzweckkampfflugzeug dann über dem Meer abgestürzt. Das Flugzeug sei aber nicht beschossen worden, wahrscheinlich sei ein Vogel in ein Triebwerk geraten. Die russische Luftwaffe ist sei 2015 in Syrien im Einsatz und hat bereits mehrere Maschinen durch Unglücke oder Beschuss verloren.

bru/kle (dpa/rtr)

 

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