Letzte IS-Bastion bei Damaskus vor dem Fall | Aktuell Nahost | DW | 27.04.2018
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Syrienkrieg

Letzte IS-Bastion bei Damaskus vor dem Fall

Mit heftigem tagelangem Bombardement hat Syriens Luftwaffe den letzten Bastionen der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) zugesetzt. Nun liefern sich Assads Soldaten mit dem IS Straßenkämpfe.

Syrien Jarmuk Flüchtlingscamp Luftangriffe (Getty Images/AFP/R. al Sayed)

Syrische Luftangriffe hatten die vom IS gehaltenen Stadtteile in Damaskus zu Ziel

Die Armee würde an zahlreichen Fronten vorrücken, nachdem sie die Verteidigungslinien der Terroristen durchbrochen hätten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Die Offensive erfolgte, nachdem sich die IS-Miliz geweigert hatte, ihre Bastionen zu räumen.

Die Extremistengruppe kontrolliert den Statdteil Hadschar al-Aswad und das angrenzende palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk seit 2015 und nahm das Viertel Kadam im März ein.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, die Truppen hätten mehrere Gebäude und Straßen unter ihre Kontrolle gebracht. Die Luftwaffe und die Artillerie hätten die Viertel seit dem frühen Morgen bombardiert, meldete eine oppositionsnahe Organisation, die ihre Informationen von Aktivisten und Ärzten vor Ort bezieht. 

Syrien Jarmuk Flüchtlingscamp Luftangriffe (Getty Images/AFP/R. al Sayed)

Ein syrischer Kampfhubschrauber wirft Bomben auf die vom IS gehaltenen Stadtteile ab

Zivilisten betroffen

Allerdings wurden bei den Luftangriffen und dem Artilleriebeschuss auf das palästinensische Flüchtlingslager nach Angaben von Beobachtern auch mindestens 17 Zivilisten getötet. Helikopter hätten Fassbomben über dem Stadtteil Jarmuk, im Süden der Hauptstadt abgeworfen. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort, ihre Angaben sind kaum unabhängig zu überprüfen. In Jarmuk leben Flüchtlinge aus dem arabisch-israelischen Krieg 1948 und deren Nachkommen.

Auch dutzende Regierungssoldaten seien bei den Kämpfen in den engen Gassen getötet worden, hieß es aus Militärkreisen. Anfang des Monats hatte die syrische Armee das von Rebellen kontrollierte Gebiet Ost-Ghuta bei Damaskus nach heftigen Kämpfen eingenommen. Anschließend begann sie eine Offensive auf die kleineren, noch von IS-Milizen kontrollierten Gebiete südlich der Hauptstadt.

Pierre Krähenbühl vom Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge warnte vor katastrophalen Folgen einer Eskalation. Die meisten Zivilisten haben das Viertel, das einst das größte Lager seiner Art in Syrien war, zwar verlassen. Doch nach wie vor halten sich viele Menschen dort auf.

cgn/uh (afp, dpa)