Streiks lassen Frankreich nicht los | Aktuell Europa | DW | 06.12.2019
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Landesweite Proteste

Streiks lassen Frankreich nicht los

Arbeitsniederlegungen lähmen Frankreich auch an diesem Freitag Die Gewerkschaften erklärten, sie machten so lange weiter, bis Präsident Macron seine geplante Rentenreform zurücknimmt. Am Dienstag gibt es neue Proteste.

Die Eisenbahner stimmten dafür, ihren Streik um 24 Stunden zu verlängern. Die Gewerkschaften des Pariser Bus- und U-Bahn-Betreibers RATP wollen sogar bis Montag ihre Arbeit niederlegen. Die
staatliche Bahngesellschaft SNCF rief Fahrgäste auf, ihre Reisen zu verschieben. In der Hauptstadtregion Paris stauten sich die Fahrzeuge an diesem Freitag im Berufsverkehr auf einer Länge von insgesamt 350 Kilometern, wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete. Um den Druck noch zu verstärken, riefen die Gewerkschaften für Dienstag, den 10. Dezember, zu neuen Massenprotesten auf.

In Paris ging so gut wie nichts mehr 

Gegen die Rentenreform-Pläne waren bereits am Donnerstag Hunderttausende von Demonstranten auf die Straße gegangen. Der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadtregion Paris und in großen Teilen des Landes ruhte weitgehend. Zahlreiche Metro-Stationen waren zu den Stoßzeiten verwaist.

Auch in Lyon und Marseille gingen viele Menschen auf die Straßen. Polizeiangaben zufolge nahmen landesweit rund 800.000 Menschen an den Protesten teil, davon 65.000 in Paris. Die Gewerkschaften gehen von einer noch höheren Teilnehmerzahl aus.

Kompliziertes soll einfacher werden

Macron will Frankreichs veraltetes Rentensystem vereinfachen, das mehr als 40 verschiedene Pensionsformen umfasst. Dabei variieren Renteneintrittsalter und Pensionsleistungen. So können beispielsweise Bahnangestellte wesentlich früher in Rente gehen als andere Beschäftigte.

Der Präsident hält das System für unfair und zu teuer. Er fordert ein einheitliches, auf Rentenpunkten basierendes System, das für alle Franzosen gleichermaßen gelten soll. Internationalen Statistiken zufolge steckt Frankreich rund 14 Prozent der Wirtschaftsleistung in das Rentensystem, in Deutschland sind es zehn Prozent.

haz/mak/se  (afp, rtr, dpa)

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