Streichholz in der Scheune - 25 Jahre WWW | Wirtschaft | DW | 23.08.2016
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Wirtschaft

Streichholz in der Scheune - 25 Jahre WWW

Das World Wide Web wird 25 Jahre alt - also das Internet, wie es die meisten heute kennen. Inzwischen haben 86 Prozent aller deutschen Firmen eine eigene Internet-Präsenz.

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25 Jahre WWW

Weltweit vernetzte Rechner gibt es natürlich schon länger als 25 Jahre. Schon in den 1960er Jahren tauschten Computer in den USA Daten über eine Telefonleitung aus.

Der erste Server und die erste Webseite, die den noch heute gebräuchlichen Standard "Hypertext Transfer Protocol" (http) einsetzten, gingen dann kurz vor Weihnachten 1990 am europäischen Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz online.

Zu verdanken ist diese Entwicklung dem britischen Physiker Tim Berners-Lee, der zu dieser Zeit am CERN arbeitete. Von ihm stammt die Webseite, die auf seinem NeXT-Computer am CERN lief, eine Kopie ist hier zu sehen. Außerdem entwickelte er den ersten Browser und die grundsätzlichen Standards wie das Übertragungsprotokoll und die Programmiersprache HTML.

Zunächst hatten nur die Forscher am CERN Zugang zu diesen Neuerungen. Am 6. August 1991 stellte Berners-Lee das Gesamtkonzept des World Wide Web (WWW) dann in mehreren Online-Newsgroups vor, darunter alt.hypertext. Dies gilt heute als das Datum, ab dem das WWW öffentlich zugänglich wurde. Das Internet, wie wir es heute kennen, war geboren.

Verzicht aufs große Geld

DW Shift Screenshot Tim Berners-Lee

Tim Berners-Lee (undatierte Aufnahme)

Berners-Lee verzichtete auf eine Patentierung und Kommerzialisierung und sorgte so für eine rasche Verbreitung und Weiterentwicklung seines Konzepts. "Das, was ich getan habe, hätte jeder tun können", sagt der Vater des WWW heute. "Die Idee, das World Wide Web herauszubringen, war, als ob man ein Streichholz in eine Scheune wirft, die voll Stroh ist. Das Web hat sich ausgebreitet, weil viele Individuen kräftig mitgeholfen haben, dass es angenommen wird."

Oft wird er gefragt, ob er nicht enttäuscht sei, dass das Internet so kommerziell geworden ist. Berners-Lee sieht das nicht so: "Das Internet soll ein universeller Raum sein - da kann man nicht irgendein Gebiet ausschließen. Viele fragen mich: Bist Du nicht enttäuscht, dass es so viel Unsinn im Web gibt? Aber niemand ist verpflichtet, das alles zu lesen. Das Internet ist im Großen und Ganzen nur ein Spiegel des Lebens."

Eigene Homepage fast schon selbstverständlich

Heute ist die eigene Homepage fast schon selbstverständlich. Dem deutschen IT-Branchenverband Bitkom zufolge haben 86 Prozent der Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern ihren eigenen Web-Auftritt. Bei den kleineren Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten sind allerdings 43 Prozent nicht im Netz vertreten. "Weltweit nutzen über drei Milliarden Menschen das Internet. Auch Privatpersonen treten immer häufiger mit einer eigenen Webseite auf", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Die mit Abstand häufigste Endung bei den Internet-Adressen, auch Top-Level-Domains genannt, ist mit 120 Millionen registrierten Adressen ".com". Unter den Länderdomains, deren Kürzel auf das Herkunftsland verweisen, belegt das deutsche ".de" mit 16 Millionen Adressen den zweiten Platz hinter ".cn" aus China. Um die Zahl ansprechender und einprägsamer Adressen zu erhöhen, hat die Vergabestelle ICANN Ende 2013 weitere Domains zugelassen. Mittlerweile existieren mehr als 1.000 verschiedene Endungen für Webadressen.

Hinter dem Punkt können inzwischen einprägsame und ungewöhnliche Bezeichnungen folgen, wie etwa ".pizza", ".ninja" oder ".kiwi". In Deutschland sind besonders regionale Domains beliebt. So gibt es bereits rund 69.000 Adressen mit ".berlin", fast 25.000 mit ".koeln", über 31.000 mit ".bayern" und etwa 23.000 Adressen, die auf ".hamburg" enden.

Was am Kernforschungszentrum CERN vor 25 Jahren begann, hat das Informationswesen und die Informationsbeschaffung vollkommen revolutioniert. Alleine in Deutschland nutzen 80 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren das World Wide Web. Selbst für einen Großteil der Älteren ist die Internetnutzung selbstverständlich: 84 Prozent der 50- bis 65 jährigen Bundesbürger sowie 37 Prozent der über 65-Jährigen nutzen heute das Internet.

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