Steinmeier schwört Bundesbürger auf lange Wochen der Krise ein | Aktuell Deutschland | DW | 26.03.2020
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Corona in Deutschland

Steinmeier schwört Bundesbürger auf lange Wochen der Krise ein

Nach der Kanzlerin richtet sich nun wieder der Bundespräsident an die Corona-krisengeschüttelten Deutschen - mit einer Mischung aus ernsten Mahnungen und fast überschwänglichem Lob für Helfer und engagierte Bürger.

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Steinmeier: Solidarität existenziell wichtig

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stimmt die Bürger wegen der Corona-Krise auf weitere schwierige Wochen ein. Abstand halten sei "das Gebot der Stunde" - diese Stunde dauere allerdings keine 60 Minuten, sondern "womöglich Wochen", sagte Steinmeier in seiner zweiten Videobotschaft innerhalb von zehn Tagen. Gewohnte Treffen und Besuche seien derzeit nicht möglich. "Darauf zu verzichten, das fällt uns allen schwer, auch mir." Jedoch könne nur dieser Verzicht verhindern, "dass wir dauerhaft verlieren, was wir lieben", mahnte Steinmeier. "Die überwältigende Mehrheit in unserem Lande hat das verstanden und handelt danach. Dafür danke ich Ihnen."

"Gabenzäune" für Obdachlose

Solidarität sei derzeit "existenziell wichtig", betonte der Bundespräsident. Viele Menschen handelten danach und gingen etwa für ältere Nachbarn einkaufen oder hängten Lebensmitteltüten für Obdachlose an "Gabenzäune". "Sie alle, Sie sind die Heldinnen und Helden in der Corona-Krise", lobte Steinmeier. Mit einigen habe er in den vergangenen Tagen telefoniert.

Deutschland | Bayern beschliesst Besuchsverbot in Altenheimen (picture-alliance/dpa/SvenSimon)

Steinmeier lobt Solidarität und Hilfe für Senioren

Nach Angaben des Bundespräsidialamts führt Steinmeier derzeit "zahlreiche" Telefonate mit Bürgern, "die in der Corona- Krise besonders gefordert sind". Dazu zählten etwa Pfleger, Ärztinnen, Sozialarbeiter, Lehrerinnen und Supermarktmitarbeiterinnen. "In den Gesprächen informiert sich der Bundespräsident über die aktuellen Erfahrungen in ihrem Alltag, über ihre jeweiligen Herausforderungen und Probleme." Außerdem danke er den Menschen für ihr Engagement.

"Das Virus hat keine Staatsangehörigkeit"

In seiner Videobotschaft betonte Steinmeier außerdem, wie wichtig internationale Solidarität und Zusammenarbeit seien. "Das Virus hat keine Staatsangehörigkeit, und das Leid macht nicht vor Grenzen halt. Aber ebenso wenig sollten wir es tun." Steinmeier verwies unter anderem auf grenzüberschreitende Forschungskooperationen zur Suche nach Impfstoffen und Therapieansätzen gegen das Coronavirus. "Bündeln wir weltweit alles Wissen und alle Erfahrung, alle Kreativität und Energie! Das ist mein Appell", sagte er. "Darein setze ich meine Hoffnung."

Die Videobotschaft wurde auf Steinmeiers Internetseite sowie den Plattformen Instagram und Facebook veröffentlicht. Bereits vor zehn Tagen hatte sich das Staatsoberhaupt in dieser Form zur Corona-Krise geäußert. Laut Bundespräsidialamt sind regelmäßige Stellungnahmen Steinmeiers per Videobotschaft geplant.

sti/fab (afp, rtr, epd)

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