Startsignal für Concordia-Aufrichtung | Aktuell Europa | DW | 16.09.2013
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Aktuell Europa

Startsignal für Concordia-Aufrichtung

Die Wetterbedingungen sind günstig: 20 Monate nach der Havarie der "Costa Concordia" beginnen Spezialfirmen damit, das Schiffswrack aufzurichten. Eine Aktion mit Risiken.

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Bergung hat begonnen

Die erwartete Windstärke und -richtung und die Höhe des Wellenganges vor der italienischen Insel Giglio bewegten sich innerhalb der Grenzwerte, bei denen eine Aufrichtung der "Costa Concordia" möglich sei, teilte die Zivilschutzbehörde zunächst mit. Die Aktion, die bis zu zwölf Stunden dauern kann, gilt als die komplizierteste Phase der Bergung des Kreuzfahrtriesen. Der Beginn der Arbeiten war für kurz nach 6 Uhr morgens (MESZ) festgelegt worden, schlechtes Wetter hatte den Beginn der Arbeiten am Morgen aber um mehrere Stunden verzögert. "Alle Überprüfungen wurden abgeschlossen, der Einsatz hat begonnen", teilte der stellvertretende Leiter der Zivilschutzbehörde, Fabrizio Curcio, schließlich mit.

Das Wrack soll mit Hilfe von Stahlseilen und Flaschenzügen in die Vertikale gebracht werden, wo es stabilisiert werden muss. Dann kann es noch einmal Wochen oder sogar Monate dauern, bis das 300 Meter lange und mehr als 114.000 Tonnen schwere Schiff - voraussichtlich im Frühjahr 2014 - zum Festland geschleppt werden kann. Zwischenzeitlich soll es auf mehreren im Meeresboden verankerten Plattformen liegen.

Schadstoffe ins Meer?

Die Bergung des Schiffs ist eine der größten und aufwendigsten aller Zeiten. Sie wird nach Angaben der Reederei "Costa Crociere" mindestens 600 Millionen Euro kosten. Umweltschützer befürchten, dass während des Aufrichtens Schadstoffe aus dem Inneren des Schiffes ins Meer gelangen. Nach einem der pessimistischsten Szenarien könnte der Rumpf sogar auseinanderbrechen. Zivilschutz-Chef Franco Gabrielli hat das allerdings gänzlich ausgeschlossen.

Havarierte Costa Concordia (Foto: Reuters)

Schon seit gut anderthalb Jahren liegt das Wrack vor Giglio

Die "Costa Concordia" war vor Giglio am 13. Januar 2012 gekentert, weil sie zu nahe an die Insel herangefahren war. Bei der Rettung der mehr als 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord gab es zahlreiche Verzögerungen. Francesco Schettino, der Kapitän des Schiffes, muss sich wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und Körperverletzung sowie Verlassens des Schiffs noch während der Evakuierung vor Gericht verantworten. Bei dem Unglück waren 32 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen zwölf Deutsche.

wa/det (afp, dpa)

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