Star Wars IX: Die Saga ist zu Ende | Filme | DW | 18.12.2019
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Der Aufstieg Skywalkers

Star Wars IX: Die Saga ist zu Ende

"Der Aufstieg Skywalkers" lohnt sich, sagt unsere Rezensentin. Inhaltlich wie visuell kommen die Fans auf ihre Kosten. Aber ist die letzte Folge der letzten Star-Wars-Trilogie auch das endgültige Ende der Geschichte?

Zwei Stunden und 20 Minuten bis zum letzten Wort. Die Geschichte ist zu Ende. Der dritte Teil der letzten Star-Wars-Trilogie ist eine Menge Film, vollgestopft mit Action, Tempo, Witz, überraschenden Wendungen - und Antworten. In den USA wurde der Film bereits vor zwei Tagen gezeigt, viele Reaktionen gibt es schon - die meisten von ihnen sind begeistert.

Was sicher auch an der Regiearbeit von J.J. Abrams liegt. Der hatte nach dem fulminanten "Star Wars VII: Das Erwachen der Macht" (2015) den Regiesessel an Rian Johnson übergeben, der der Saga in "Star Wars VIII: Die letzten Jedi" einen fast mystischen und schwermütigen Twist verpasst hatte. Da sind am Ende eine Menge Fragen offen geblieben: Wer sind die beiden Hauptfiguren im Kampf zwischen Gut und Böse, Rey und Kylo Ren, wirklich? Wessen Kind ist Rey? Ist sie ein Jedi oder glaubt sie das nur? Und wer steht wirklich hinter der bösen "Ersten Ordnung"?

US Film- und Fernsehproduzent Jeffrey Jacob Abrams (Getty Images)

Regisseur und Drehbuchautor J.J. Abrams

J.J. Abrams hat den Staffelstab wieder übernommen und die Herausforderung angenommen, aus Johnsons Hinterlassenschaft einen stimmigen Weiterdreh zu kreieren, in dem sich Kreise schließen und die Fans zufrieden in die Nach-Star Wars-Ära entlassen werden.

Liebevoller Umgang mit den Charakteren

Abrams zeichnet die Figuren, denen Johnson bereits mehr Tiefe gegeben hatte, behutsam weiter. Das Zusammenspiel von Rey (Daisy Ridley mit weitaus mehr Mienenspiel als im letzten Teil), dem Piloten Poe (Oscar Isaac) und dem abtrünnigen Stormtrooper Finn (John Boyega) zeigt, dass die drei wirklich Freunde geworden sind; an ihrer Seite ist weiterhin der Wookie Chewbacca.

Kylo Ren mit seinem roten Lichtschwert (picture-alliance/AP Photo/Industrial Light & Magic/Lucasfilm)

Adam Driver als Kylo Ren

Kylo Ren (intensiv gespielt von einem herausragenden Adam Driver), der dunklen Seite der Macht zugewandt, ist immer noch Reys Widersacher, im Geiste durch ein unsichtbares Band mit ihr verbunden - was zu mehreren spannenden Wendungen führt.

Carrie Fishers Wiederauferstehung

Eigentlich war geplant, dass Prinzessin Leia - oder richtig: General Leia Organa - in diesem Film eine zentrale Rolle übernehmen sollte. So wie in den vergangenen beiden Filmen ihre einstigen und nun um 30 Jahre gealterten Mitstreiter Luke Skywalker (Mark Hamill) und Han Solo (Harrison Ford). Doch Leia-Darstellerin Carrie Fisher ist 2016 gestorben.

Während sie "Die letzten Jedi" schon abgedreht hatte, stand sie für das Finale nicht mehr vor der Kamera. Dass sie trotzdem zu sehen sein würde, wurde im Vorfeld schon bekannt. Allerdings haben Disney und Abrams sie nicht durch Computer wiedererweckt, sondern bisher unbenutztes Drehmaterial aus den vergangenen Filmen verwendet. Das ist Abrams gut gelungen. Auch wenn sie nur wenige Minuten zu sehen ist - Leia ist zweifellos noch immer die zentrale Figur des Widerstands gegen die finstere "Erste Ordnung", die mit schlimmsten Mitteln versucht, die Gewalt über die Galaxie an sich zu reißen.

Manchmal ein bisschen zuviel

Bei aller Liebe sind Abrams dann doch hin und wieder die Pferde durchgegangen. Dem Film ist anzumerken, dass der Regisseur wirklich nichts, aber auch gar nichts vergessen - und gleichzeitig nochmal einen draufsetzen - wollte. Manche Szenen platzen schier aus den Nähten, und eine Figur wird dann doch ein wenig - im wahrsten Sinne des Wortes - überhöht.

Das trübt allerdings nicht die Wiedersehensfreude(n), die die Zuschauer und Fans der Saga immer wieder erleben dürfen. Und eins ist an dieser Stelle versprochen: Wer befürchtet hat, dass der Star-Wars-Saga ein ähnlich enttäuschendes Ende wie der Geschichte des Seriendauerbrenners "Game of Thrones" widerfährt, der darf beruhigt sein. Alles Weitere wäre an dieser Stelle ein Spoiler.

Ist jetzt wirklich alles zu Ende?

Nach 42 Jahren soll nun also wirklich Schluss sein mit Star Wars? Das mag man kaum glauben. Die Geschichte ist zwar zu Ende erzählt worden, aber irgendwie möchte man - vor allem als Star-Wars-Fan der ersten Stunde, der sozusagen mit der Saga aufgewachsen ist - noch nicht loslassen. Die gute Nachricht: Es soll bis 2026 zwei weitere Trilogien geben. Eine wird laut Disney-CEO Bob Iger der Regisseur von Star Wars VIII, Rian Johnson, schreiben. Für die andere waren die Macher von Game of Thrones, David Benioff und D.B. Weiss vorgesehen, die sind allerdings schon wieder abgesprungen. Konkreteres gibt es noch nicht. 

Star Wars Rogue One: Die Figuren Cassian Andor, Jyn Erso, und Android K-2SO (Lucasfilm 2016/J. Olley)

"Rogue One" war ein erfolgreiches Spin Off von Star Wars

In den vergangenen Jahren hat Disney versucht, die Fans mit Sequels bei der Stange zu halten: "Rogue One" (2016) war noch sehr erfolgreich, denn es fügte sich zeitlich und dramaturgisch gut in den Strang der Hauptsaga ein. Die "Geschichte des Han Solo" ("Solo: A Star Wars Story", 2018) dagegen floppte und ist bereits in Vergessenheit geraten. Weitere Einzelfilme wie "Boba Fett", "Obi-Wan Kenobi" oder "Yoda" klingen zwar reizvoll, sind aber erst mal auf Eis gelegt. Auf dem neuen Streamingdienst Disney+ werden einige Spin Off-Serien gezeigt. In einigen Ländern ist bereits im Novemner "The Mandalorian", bei und kommt die Serie am 31. März 2020 - dann startet Disney+ auch in Deutschland.

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