Spanische Seenotretter suchen Hafen | Aktuell Europa | DW | 30.06.2018
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Mittelmeer

Spanische Seenotretter suchen Hafen

Trotz des Dramas um zwei Rettungsschiffe vergangene Woche hat eine spanische Hilfsorganisation 59 Migranten aus dem Mittelmeer gerettet und sucht jetzt einen sicheren Hafen. Italien hat sich bereits geäußert.

Sie sei unterwegs zu einem sicheren Hafen, twitterte die spanische Hilfsorganisation "Proactiva Open Arms". Bislang ist noch nicht nicht klar, ob die Retter schon einen Hafen zugewiesen bekommen haben. 

Italien hat seine Häfen für private Rettungsschiffe bereits dicht gemacht - und will auch Proactiva nicht hineinlassen. Die Schiffe "Aquarius" von SOS Méditerranée und "Lifeline" von der Dresdner Organisation Mission Lifeline durften nicht mehr dort anlegen und mussten deshalb mit Hunderten Migranten tagelang auf dem Meer ausharren. Die "Aquarius" durfte nach der Hängepartie nach Spanien, die "Lifeline" nach Malta. Aber auch Malta geht eine harte Gangart gegen Hilfsorganisationen und verweigerte bereits Schiffen die Einfahrt für einen Versorgungsstopp.

Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega erklärte umgehend, auch Proactiva könne "vergessen, in einem italienischen Hafen anzukommen". Das Schiff sei in libyschen Gewässern, der nächste Hafen sei Malta und es fahre unter spanischer Flagge, sagte Salvini. "Stopp der Menschenschmuggel-Mafia: Je weniger Menschen ablegen, desto weniger sterben." Italien will, dass die libysche Küstenwache die Migranten abfängt und zurück in das Bürgerkriegsland bringt.

Italien - Innenminister Matteo Salvini (Reuters/S. Rellandini)

Italiens Innenminister Matteo Salvini gibt sich unbeirrt: Italienische Häfen bleiben für Hilfsorganisationen und private Seenotretter geschlossen (Archivbild)

Trotz aller Blockaden versuchen weiter Migranten in nicht hochseetauglichen Gummibooten nach Europa zu kommen. Erst am Freitag kamen vermutlich rund 100 Menschen ums Leben; die libysche Küstenwache brachte auch drei tote Kinder an Land. "Trotz der Hindernisse machen wir weiter, das Recht auf Leben der Unsichtbaren zu schützen", so Proactiva.

nob/kle (dpa, ap)