Soros-Institut verlässt Budapest | Aktuell Europa | DW | 19.04.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Ungarn

Soros-Institut verlässt Budapest

Für Ungarns umstrittenen Regierungschef Orban ist George Soros der "Staatsfeind Nummer eins". Nun zieht der US-Milliardär mit ungarischen Wurzeln wohl die Konsequenzen - und strebt nach Berlin.

Stop Soros!-Plakat in Budapest (Reuters/B. Szabo)

Klare Botschaft: ein Plakat der Kampagne gegen Soros in Ungarn

George Soros' Open Society Foundations (OSF) schließen laut Medienberichten ihr Büro in Budapest und wollen stattdessen eine Filiale in Berlin eröffnen. Der Umzug sei für den Sommer geplant, berichtet die österreichische Zeitung "Die Presse" auf ihrer Internetseite. Nach Informationen des ungarischen Nachrichten-Portals 444.hu ist die Schließung des Budapester OSF-Büros bis zum 31. August angedacht.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban unterstellt Soros, die massenhafte Zuwanderung von muslimischen Einwanderern aus Afrika und dem Nahen Osten nach Europa zu organisieren. Die Institutionen, die der amerikanische Milliardär finanziere - darunter die renommierte Central European University in Budapest - seien lediglich ein Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, so Orban. Beweise für diese Behauptung legte er nicht vor.

George Soros (picture-alliance/AP Photo/F. Ostrop)

George Soros (Archivbild)

Antisemitischer Beigeschmack

Im Sommer 2017 hatte Orban in ganz Ungarn Plakate mit Soros' Konterfei aufhängen lassen - zusammen mit einer Warnung vor dem mittlerweile 87-Jährigen. Ein Gesetzesvorhaben mit dem Namen "Stoppt Soros" dürfte Nichtregierungsorganisation in Ungarn die Arbeit deutlich schwerer machen. Die Kampagne wird international vor allem deshalb kritisiert, weil sie einen antisemitischen Beigeschmack hat, denn Orban stellt den jüdischstämmigen Soros als Figur der "weltweiten Elite" dar und als Spekulanten "ohne Heimatland".

Soros, ein in Budapest geborener Holocaust-Überlebender, hatte sein Vermögen mit Börsengeschäften gemacht. Seit mehreren Jahrzehnten unterstützt er weltweit Initiativen und Organisationen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen.

wa/ml (rtr, dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt