Seenotretter in Mallorca eingelaufen | Aktuell Europa | DW | 21.07.2018
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Flüchtlingsdrama

Seenotretter in Mallorca eingelaufen

Ein Flüchtlingsrettungsschiff mit einer geretteten Migrantin und zwei Leichen an Bord ist in Mallorca eingetroffen. Auch Italien hatte dem Schiff einen Hafen zugewiesen - wollte sich aber nur um die Überlebende kümmern.

Das Schiff der Nichtregierungsorganisation Proactiva Open Arms sei nach viertägiger Fahrt in den Hafen von Palma eingelaufen, teilte ihr Gründer Oscar Camps auf Twitter mit. Italiens rechte Regierung hatte der Organisation zwar einen Hafen zum Anlanden zugewiesen. Rom wollte sich allerdings nur um die Überlebende, nicht aber um die Toten der Flucht über das Mittelmeer kümmern. Daraufhin steuerte Proactiva Spanien an.

Die vor der libyschen Küste geborgene 40-jährige Migrantin aus Kamerun bleibt zunächst auf dem Schiff und wird ärztlich und psychologisch untersucht und betreut, teilten die Regionalbehörden der Balearen mit. Anschließend wird das Rote Kreuz die Frau zur weiteren Betreuung in ein Krankenhaus bringen.

Spanischer Basketballstar ist entsetzt

Proactiva ist davon überzeugt, dass die libysche Küstenwache die drei Flüchtlinge nach einer Rettung im Meer zurückgelassen hat, weil sie sich geweigert hatten, nach Libyen zurückgebracht zu werden. Die Retter entdeckten die Überlebende und die beiden Leichen - eine Frau und ein Kind - am Dienstag inmitten der zerstörten Überreste ihres Plastikbootes.

Der spanische Basketballstar Marc Gasol nahm an der Rettungsaktion teil und war entsetzt. Die drei Migranten seien in einer "unmöglichen Situation" zurückgelassen worden. Die libysche Küstenwache habe "unmenschlich und kriminell" gehandelt, er selbst verspüre große Wut und Hilflosigkeit, sagte der Spanier, der für den NBA-Klub Memphis Grizzlies spielt.

nob/fab (dpa, afp, kna)