″Sea-Eye 4″ darf sizilianischen Hafen Pozzallo ansteuern | Aktuell Europa | DW | 20.05.2021
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Seenotrettung im Mittelmeer

"Sea-Eye 4" darf sizilianischen Hafen Pozzallo ansteuern

Das deutsche Rettungschiff mit über 400 Migranten lag seit Mittwoch vor Palermo. Jetzt muss es Sizilien halb umrunden, um den zugewiesenen Hafen zu erreichen.

Seenotrettungsschiff Sea-Eye 4

Die Sea-Eye 4 auf dem Weg ins Mittelmeer (Archiv)

Die private Betreiberorganisation Sea-Eye aus Regensburg kritisierte die Entscheidung der italienischen Behörden. Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler sprach von "Schikane": "Es ist für uns völlig unverständlich, dass Pozzallo der nächste sichere Hafen für die Menschen sein soll, wo wir doch in Palermo sind."

Italien hatte der "Sea-Eye 4" die offizielle Anweisung zur Fahrt in den Hafen südöstlich von Ragusa laut der Nachrichtenagentur Ansa am Mittwochabend erteilt. Zuvor hatte das Schiff Palermo angesteuert, wo der Bürgermeister sich offen für Hilfe gezeigt hatte. Um den Hafen von Pozzallo zu erreichen, ist laut Sea-Eye eine zweitägige Reise nötig. Es gehe Rom offenbar darum, "unsere Missionen zu verzögern", mutmaßte Isler.

Unter den 415 Bootsmigranten an Bord sind nach Angaben von Sea-Eye 150 Minderjährige und drei schwangere Frauen. Am Mittwochnachmittag war ein junger Mann wegen eines Herzleidens von der Küstenwache abgeholt worden. Die zivilen Seenotretter hatten die Menschen in den vergangenen Tagen bei mehreren Einsätzen im Mittelmeer aus Booten geholt. Die Migranten brechen meist von Libyen und Tunesien in Richtung Italien auf. Nach Angaben der Vereinten Nationen starben 2021 schon mehr als 575 Menschen beim Versuch, das zentrale Mittelmeer zu überqueren. Auf der italienischen Insel Lampedusa kamen kürzlich an einem Wochenende mehr als 2000 Geflüchtete an.

uh/qu (dpa, epd)

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