Schweizerinnen streiken für Gleichberechtigung | Aktuell Europa | DW | 14.06.2019
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Schweizer Frauentag

Schweizerinnen streiken für Gleichberechtigung

In der Schweiz sind Frauen landesweit für gleiche Bezahlung und volle Gleichberechtigung auf die Straße gegangen. Aufgerufen zum zweiten nationalen Frauentag nach 1991 haben linke Gewerkschafterinnen.

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In Lila und laut: Tausende Schweizerinnen streiken

Das Einkommen von Frauen liegt in der Schweiz - ähnlich wie in Deutschland - im Schnitt 20 Prozent niedriger als das Einkommen von Männern. Selbst bei gleicher Qualifikation besteht nach Angaben des nationalen Statistikamtes noch ein Abstand von acht Prozent.

Dagegen und gegen Diskriminierung in Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt streiken Schweizerinnen nun am zweiten nationalen Frauentag - den ersten hatte es 1991 gegeben. Damals beteiligten sich rund 500.000 Frauen an den Demonstrationen. Auch in diesem Jahr waren es nach Schätzungen der Gewerkschaften Hunderttausende.

Schweizer Frauen streiken landesweit für gleiche Bezahlung (picture-alliance/AP/Keystone/L. Gillieron)

BHs und Krawatten landeten in diesem Feuer in Lausanne

BH-Verbrennungen und öffentliche Picknicks

In Lausanne am Genfersee begannen die Protestaktionen bereits in der Nacht. Nach einem Marsch durch die Innenstadt entzündeten Teilnehmerinnen ein Feuer und verbrannten unter anderem BHs. Landesweit wurden unter anderem Kundgebungen mit Kinderwagen,  Trillerpfeifenkonzerte, verlängerte Mittagspausen und öffentliche Picknicks organisiert. In Bern überreichten die Protestlerinnen dem Parlament eine Petition mit 11.000 Unterschriften für eine geringere Besteuerung von Tampons. Die Erkennungsfarbe des Frauentags ist lila.

Schweizer Frauen streiken landesweit für gleiche Bezahlung (Reuters/D. Balibouse)

Die Kathedrale von Lausanne leuchtete in der Nacht zum Freitag eindrucksvoll für die Frauen

Das Ziel des Aktionstages sei es, "das Land mit einem feministischen Streik lahmzulegen", erklärte die Aktivistin Marie Metrailler. Zu den Forderungen der Veranstalterinnen zählen flexiblere Teilzeitarbeitsmodelle, die Einführung eines Mindestlohns und Null-Toleranz für sexuelle Gewalt. Übergriffe würden noch immer viel zu oft als "Kavaliersdelikt" angesehen und nicht ernst genommen. Auch das kapitalistische Wirtschaftssystem wird bei der Protestaktion kritisiert.

Neben den Gewerkschaften unterstützen vor allem linke Parteien wie die Sozialdemokraten den "Kampftag" der Frauen. Arbeitsniederlegungen sind in der Schweiz extrem selten, seit Gewerkschaften und Arbeitgeber 1937 eine entsprechende Konvention unterzeichneten.

ie/stu (epd, afp, ap, dpa)

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