Schottische Politiker wollen Unabhängigkeit | Aktuell Europa | DW | 30.01.2020
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Schottland und der Brexit

Schottische Politiker wollen Unabhängigkeit

Schottlands Politiker wollen wegen des Brexits Großbritannien den Rücken kehren. Das Regionalparlament in Edinburgh sprach sich mehrheitlich für ein zweites Referendum aus. Man will Mitglied der EU bleiben.

UK Edinburgh Boris Johnson und Nicola Sturgeon (picture-alliance/Cover Images/E. Cherry)

Keine Freunde: Boris Johnson und Nicola Sturgeon

Die Abgeordneten stimmten mit 64 zu 54 Stimmen dafür, eine erneute Volksabstimmung zum Austritt aus dem Vereinigten Königreich abzuhalten. "Wir sind nur zwei Tage davon entfernt, unsere EU-Mitgliedschaft und alle Rechte zu verlieren, die damit verbunden sind", sagte die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon im Hinblick auf den britischen EU-Austritt am Freitag. Die Unabhängigkeit sei für Schottland nun der einzige Weg, um ein Teil Europas zu bleiben, so die Politikerin von der Schottischen Nationalpartei SNP.

Erzwingen kann Sturgeon ein Referendum allerdings nicht, sie ist auf die Zustimmung der Zentralregierung in London angewiesen. Der britische Premierminister Boris Johnson hat jedoch bereits klar gemacht, dass er keine zweite Volksabstimmung zulassen wird. Die Frage sei beim ersten Referendum 2014 für eine ganze Generation geklärt worden, begründete Johnson seine Haltung. Damals hatten 55 Prozent der Schotten gegen eine Abspaltung gestimmt.

EU-Treue Schotten

Sturgeon stellt sich auf den Standpunkt, dass sich die Bedingungen seit dem Brexit-Referendum im Jahr 2016 verändert haben. Die Schotten votierten damals mit großer Mehrheit gegen den EU-Austritt, wurden aber von den Wählern in England und Wales überstimmt. Ihr Land werde daher gegen seinen Willen aus der EU gerissen, so Sturgeon.

cgn/ww (afp, dpa)

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