Schiffs-Quarantäne für 180 Migranten beendet | Aktuell Europa | DW | 04.05.2020
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Flucht und Migration

Schiffs-Quarantäne für 180 Migranten beendet

Zwei Wochen lang waren 180 aus dem Mittelmeer gerettete Menschen auf einer italienischen Passagierfähre vor der Küste in Corona-Quarantäne. Sie durften nun in Palermo an Land. Doch ihr Schicksal bleibt ungewiss.

Italien Coronavirus, Tirrenia's Rubettino Migranten Coronavirus (picture-alliance/dpa/A. Fucarini)

Die "Raffaele Rubattino" im Hafen von Palermo

Für 180 aus Seenot gerettete Migranten ist die Zeit auf der italienischen Fähre "Raffaele Rubattino" vorbei. Die Menschen, die allesamt negativ auf das Coronavirus getestet worden waren, verließen das Schiff im Hafen von Palermo, wie das italienische Innenministerium mitteilte. Unter den Geflüchteten sind 44 unbegleitete Minderjährige.

Das italienische Rote Kreuz hatte alle Migranten, von denen 146 von dem deutschen Seenotretter "Alan Kurdi" und die übrigen von dem spanischen Schiff "Aita Mari" kamen, mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt. Auch die beiden Rettungsschiffe liefen in den sizilianischen Hafen ein. Die Crews hatten die Quarantäne-Zeit auf ihren Schiffen verbracht. Bei ihrer Ankunft wurden sie auf COVID-19 getestet. Bis das Ergebnis vorliegt, dürfen sie nicht von Bord.

Rettungsschiff «Alan Kurdi» (picture-alliance/dpa/AP/Sea-eye.org7F. Heinz)

Der Seenotretter "Alan Kurdi" im Mittelmeer

Für die deutsche Rettungsorganisation Sea-Eye war der letzte Einsatz auch der bisher aufwändigste. "Noch nie hatte die 'Alan Kurdi' so lange so viele Menschen an Bord. Keine Crew musste mehr Menschen versorgen, und nie mussten wir so viele Ressourcen für eine Mission einsetzen", machte der Sea-Eye-Vorsitzende Gorden Isler deutlich. Er sprach von traurigen Rekorden.

Libyen | Rettungsschiff Alan Kurdi» nimmt Migranten auf (picture-alliance/dpa/Cedric Fettouche)

​​Libyer in einem Schnellboot behindern am 6. März die Rettung der Migranten aus dem blauen Holzboot

Die Crew der "Alan Kurdi", die knapp 40 Meter lang ist, hatte die Menschen am 6. März aus dem Mittelmeer aufgenommen und irrte dann tagelang mit ihnen umher. Unter den beengten Verhältnissen wurde die Lage an Bord immer prekärer. Italien und Malta verweigerten die Aufnahme der Migranten und argumentierten, wegen der Corona-Pandemie seien sie nicht in der Lage, eine sichere Unterkunft zu bieten.

Nur Deutschland will Migranten aufnehmen 

Auch jetzt ist das Schicksal der Menschen nach Angaben von Sea-Eye unklar. Bislang ist von den EU-Staaten nur Deutschland bereit, die Migranten aufzunehmen. Aus Rom hieß es, besonders Schutzbedürftige und Minderjährige würden in Italien bleiben. Sea-Eye-Mitglied Julian Pahlke sagte: "Schwer vorstellbar, dass europäische Innenminister über 150 Einzelschicksale diskutieren und verhandeln müssen."

se/sam (dpa, afp, epd)

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