Schafft Julia Görges den Wimbledon-Coup? | Sport | DW | 11.07.2018
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Vor dem Halbfinale

Schafft Julia Görges den Wimbledon-Coup?

Beim prestigeträchtigsten Tennisturnier der Welt ist zum zweiten Mal nach 1931 ein deutsches Frauenfinale möglich. Neben Angelique Kerber steht auch Julia Görges im Halbfinale - und vor einer schweren Aufgabe.

"Das ist unglaublich geil", freut sich Barbara Rittner, Chefin der Spielerinnen im Deutschen Tennis Bund (DTB). "Am Donnerstag wird es ein großartiger Tag für das deutsche Tennis. Ich bin stolz auf die Mädels. Alleine die Aussicht auf ein deutsches Finale ist großartig. Jetzt ist alles möglich." Dass Angelique Kerber in Wimbledon, beim prestigeträchtigsten aller Tennisturniere, so weit kommen würde, mag der eine oder andere erwartet haben. Aber dass auch Julia Görges zum ersten Mal in ihrer Einzel-Karriere im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers steht, ist eine Überraschung.

"Jedes Spiel beginnt bei Null"

"Für mich war es ein Moment zum Genießen", sagte die 29-Jährige über den Augenblick, nachdem sie im Viertelfinale ihren Matchball gegen die Niederländerin Kiki Bertens verwandelt hatte. "Es war ein Moment, den man verinnerlichen sollte." Von 2013 bis 2017 war Görges in Wimbledon jeweils in ihren Auftaktspielen gescheitert. "Ich merke, wie ich nach den fünf Erstrundenpleiten in diesem Turnier als Spielerin gewachsen bin."

Nächste Gegnerin ist die US-Amerikanerin Serena Williams, die schon siebenmal in Wimbledon triumphiert hat und gegen die Görges bei drei Duellen bisher ohne Sieg blieb. "Jedes Spiel beginnt bei Null", sagt die Deutsche fast trotzig. Dass Williams, die in Wimbledon ihr zweites Grand-Slam-Turnier nach der Babypause spielt, nicht unverwundbar ist, zeigte sich im Viertelfinale. Dort verlor die 36-Jährige gegen die Italienerin Camila Giorgi erstmals im Turnierverlauf einen Satz. 

In diesem Jahr erstmals unter den Top Ten

Schon 2017 zeigte die Formkurve Görges' deutlich nach oben. Im vergangenen Oktober gewann sie in Moskau erstmals nach mehr als sechs Jahren wieder ein WTA-Turnier. Damit löste sie damals Angelique Kerber als bestplatzierte deutsche Spielerin in der Weltrangliste ab. Anschließend gewann Görges in Zhuhai in China auch die WTA Elite Trophy, die inoffizielle B-Weltmeisterschaft, und zum Jahresbeginn 2018 das WTA-Turnier in Auckland in Neuseeland. Im Februar wurde sie erstmals unter den Top Ten der Welt geführt. Als Ranglisten-13. reiste Görges schließlich nach Wimbledon.

Starker Aufschlag, harte Vorhand

Barbara Rittner schwärmt von Görges: "Sie haut unglaublich drauf. Wenn sie den Ball trifft, kann sie mit den ganz Großen mithalten." Ihr Aufschlag und ihre Vorhand sind die stärksten Waffen der 1,80 Meter großen Spielerin, die aus der Kleinstadt Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein stammt, rund 40 Kilometer nordwestlich von Hamburg gelegen. Dort lernte sie auch das Tennisspielen.

Großbritannien, London: Tennis: Grand Slam, WTA-Tour Wimbledon, Einzel, Damen, 3. Runde, Görges (Deutschland)) - Strycova (Tschechien): Julia Görges (picture alliance/dpa/K. Wigglesworth)

Julia Görges' harte Vorhand ist bei ihren Konkurrentinnen gefürchtet

Mit 16 Jahren begann Görges 2005 ihre Profikarriere. Zwei Jahre später feierte sie in Bad Gastein in Österreich ihren ersten von inzwischen fünf Turniersiegen auf der WTA-Tour. Trainiert wird Görges seit 2015 von Michael Geserer. Zu ihrem Betreuerstab gehört der Physiotherapeut und Fitnesstrainer Florian Zitzelsperger, mit dem sie auch privat liiert ist und zusammen in Regensburg lebt.

Wie es ist, in Wimbledon im Halbfinale zu spielen, hat Görges schon einmal erlebt: 2016 stand sie mit der Tschechin Karolina Pliskova im Doppel in der Vorschlussrunde und verlor gegen die späteren Turniersiegerinnen Serena und Venus Williams. Gegen die jüngere der beiden Williams-Schwestern kann sie es jetzt besser machen.

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