Saudischen Frauen reicht Autofahren nicht | Aktuell Nahost | DW | 24.06.2018
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Saudi-Arabien

Saudischen Frauen reicht Autofahren nicht

Während die einen endlich hinters Steuer dürfen, sitzen die, die dafür gekämpft haben, hinter Gittern. Trotz der Aufhebung des Frauenfahrverbots in Saudi-Arabien ist es bis zur Gleichberechtigung noch ein weiter Weg.

Nach dem Ende des Frauenfahrverbots in Saudi-Arabien haben sich überall im Land Fahrerinnen ans Steuer gesetzt und ihre Freude über die neugewonnene Freiheit im Netz geteilt. "In diesem Moment mischen sich Begeisterung und Glück", schrieb eine Frau auf Twitter zu einem Video, das sie am Steuer zeigt.

Saudi-Arabien 1. Tag Fahrerlaubnis für Frauen (Reuters/H. I Mohammed)

Trotz Frau am Steuer laufe der Verkehr völlig normal, meldete ein Sprecher der saudischen Sicherheitsbehören

Etwas weniger euphorisch äußerten sich Menschenrechtler. Die saudische Aktivistin Hala al-Dosari sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass dies ein "sehr bedeutender Moment" für die Frauen sei. Allerdings seien viele Frauenrechtler in Haft, die für das Ende des Fahrverbots gekämpft hätten. Die Behörden hatten im Mai 17 Frauenrechtsaktivistinnen festgenommen. Mindestens neun von ihnen sind noch immer in Haft. Ihnen wird vorgeworfen, mit "feindlichen" ausländischen Mächten in Kontakt gestanden zu haben.

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Frauen am Steuer - in Riad

Das harte Vorgehen gegen Aktivisten wird als Warnung der autokratischen Führung verstanden, die das Ausmaß der Reformen selbst bestimmen will. Menschenrechtler hingegen fordern mehr. Als nächstes müsse das System der männlichen Vormundschaft für Frauen beendet werden, sagte al-Dosari. In Saudi-Arabien brauchen Frauen die Zustimmung eines männlichen Vormunds, etwa wenn sie heiraten oder reisen wollen. 

jv/ww (dpa, afp)

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