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Saudi-Arabien führt UN-Kommission zur Frauenförderung an

28. März 2024

Den Vorsitz in der UN-Kommission zur Förderung von Frauen hat künftig Saudi-Arabien inne. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist schockiert.

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Der saudische UN-Botschafter Abdulasis Alwasil
Der saudische Botschafter Abdulasis Alwasil wird neuer Vorsitzender der UN-Kommission zur Rechtsstellung der FrauBild: Andrea Renault/AFP/Getty Images

Die 45 Mitgliedsländer der Kommission der Vereinten Nationen zur Rechtsstellung der Frau (CSW) bestimmten den saudischen Botschafter Abdulasis Alwasil in New York per Akklamation zum Vorsitzenden der nächsten Sitzungsperiode. Das Mandat dauert ein Jahr. Saudi-Arabien ist eine absolute Monarchie, in der das Königshaus mit einer ultrakonservativen Islam-Auslegung herrscht. Das Land steht im Bericht der Stiftung Weltwirtschaftsforum (WEF) 2023 über die Gleichstellung der Geschlechter auf Platz 132 von 146 Ländern.

Amnesty beklagt Gesten ohne Substanz

"Für uns ist dies ein Schock, wenn auch keine Überraschung", sagte Natalie Wenger, bei Amnesty Schweiz unter anderem für Saudi-Arabien zuständig. Saudi-Arabien betreibe mit viel Geld eine Imagekampagne, um sich als modernes Land zu präsentieren. "Das sind aber Gesten, die keine Substanz haben." Die Frauenrechte würden dort ständig verletzt.

Frau in einem Café in der saudischen Hauptstadt Riad
Das Archivbild zeigt eine Frau in einem Café in Riad, der Hauptstadt Saudi-ArabiensBild: Faisal Al Nasser/REUTERS

Amnesty hat gerade erst in einem Bericht den Fall einer Mutter zweier Kinder erwähnt, die während ihrer Doktorarbeit auf der Plattform X (früher Twitter) für Frauenrechte eingetreten war und deshalb zu 27 Jahren Haft verurteilt wurde. Länder, die solche Vorsitze in UN-Kommissionen einnähmen, müssten Vorbildcharakter haben, sagte Wenger. "Deshalb sehen wir diesen Vorsitz als tragisch an."

Keine Einwände

Bei der Sitzung der Kommission hatte der derzeitige Vorsitzende aus den Philippinen den saudischen Botschafter als einzigen Kandidaten vorgestellt. "Darf ich davon ausgehen, dass die Kommission seine Exzellenz Abdulasis Alwasil aus Saudi-Arabien per Akklamation zum Vorsitzenden der Kommission auf ihrer 69. Sitzung wählen möchte?", fragte er die 45 Mitgliedsländer. "Ich höre keine Einwände. Also ist es so beschlossen."

Der Beschluss wurde mit kurzem Beifall bedacht. Auch aus der Gruppe "Westeuropa und andere Staaten" kam kein Widerspruch. Die Gruppe ist dort zurzeit mit Österreich, Israel, Liechtenstein, den Niederlanden, Portugal, Spanien, der Schweiz und der Türkei vertreten.

haz/gri (dpa)

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