Sarah Sanders geht: Trump muss sich neuen Sprecher suchen | Aktuell Amerika | DW | 13.06.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

USA

Sarah Sanders geht: Trump muss sich neuen Sprecher suchen

Sie hat sich lange gehalten. Sie hat für ihren Chef die Unwahrheit gesagt und sich von Journalisten in Washington dafür scharf kritisieren lassen. Nun scheidet Präsidentensprecherin Sarah Huckabee Sanders aus dem Amt.

Der Chef persönlich gab in Washington die Personalentscheidung bekannt - über sein Lieblingsmedium Twitter. Seine Sprecherin Sarah Huckabee Sanders (Artikelbild) scheide Ende des Monats aus dem Amt, teilte US-Präsident Donald Trump mit. Wer das Amt übernimmt, ist noch unklar. 

Anders als bei früheren Veränderungen in seinem Team machte Trump aber deutlich, dass er die Arbeit seiner Sprecherin geschätzt habe. Sarah Sanders sei eine ganz besondere Person mit außerordentlichen Talenten, die einen unbeschreiblichen Job gemacht habe. "Sarah, thank you for a job well done", rief der Präsident seiner Sprecherin zu. 

Trump drückte die Hoffnung aus, dass Sarah Sanders für das Amt des Gouverneurs in ihrem Heimatstaat  Arkansas kandidieren werde. Die 36-Jährige erklärte, die sei sehr stolz, für ihr Land und diesen Präsidenten gearbeitet zu haben. Sie habe auch die schweren Momente geliebt, so Sanders in einem Statement, das der Senders CBS News dokumentierte. Und: Sie freue sich darauf, mit ihren drei Kindern mehr Zeit zu verbringen.  

Länger ausgehalten als die anderen 

Sanders hat im Amt der Präsidentensprecherin länger ausgehalten als die Vorgänger. Die Tochter des republikanischen Politikers und Präsidentschaftsbewerbers Mike Huckabee war nach turbulenten Monaten im Juli 2017 auf Sean Spicer als Sprecherin des Weißen Hauses gefolgt. Schon im Wahlkampf war sie für Trump unterwegs gewesen. 

Kaum zur Aufklärung beigetragen

Beobachter kritisierten, dass die "Spokeswomen" vor allem Dinge von sich gab, die dem Präsidenten gefielen - und kaum zur Aufklärung beitrug. Die früher üblichen täglichen Briefings von Journalisten in der US-Hauptstadt fanden zuletzt kaum noch statt. Langjährige White-House-Korrespondenten beklagten zudem, dass kritische Medien regelrecht ausgegrenzt wurden. 

USA White House Pressekonferenz Eklat Jim Acosta CNN und Donald Trump (picture-alliance/Zumapress/R. Sachs)

Der Eklat mit CNN-Mann Jim Acosta (rechts)

Die Arbeit von Sanders geriet stark in Misskredit, als CNN-Reporter Jim Acosta nach einem verbalen Schlagabtausch mit dem Präsidenten im November vorübergehend nicht mehr ins Weiße Haus durfte. Sanders gab vor, Acosta habe einer Mitarbeiterin des Weißen Hauses das Mikrophon abgenommen und sich mehrfach geweigert, dieses zurückzugeben. 

Seit dem Amtsantritt Trumps hat es im Apparat der US-Regierung viele Rauswürfe, Personalwechsel und Rücktritte gegeben. So hatte etwa im April Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen ihren Posten verlassen. Zum Jahresende waren außerdem Verteidigungsminister James Mattis und Trumps Stabschef John Kelly ausgeschieden. Im Bereich Kommunikation hatten auch unter anderem die Kommunikationschefs Hope Hicks und Anthony Scaramucci aufgegeben.

ml/kle (alle agenturen)

Die Redaktion empfiehlt