Sanchez macht Spanien etwas Hoffnung | Aktuell Europa | DW | 26.04.2020
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Corona-Krise

Sanchez macht Spanien etwas Hoffnung

Wegen der Corona-Pandemie gilt in Spanien seit Wochen eine Ausgangssperre, die härter ist als in fast allen anderen Ländern. Nun stellt der Regierungschef seinem zunehmend ungeduldigen Volk Lockerungen in Aussicht.

"Wenn die Pandemie sich weiter in eine positive Richtung entwickelt, dann wird es ab 2. Mai erlaubt sein, für Individualsportarten oder Spaziergänge mit den Menschen, mit denen man zusammen wohnt, ins Freie zu gehen", sagte Ministerpräsident Pedro Sanchez (Artikelbild) am Samstagabend in einer Ansprache. Er kündigte zudem an, dass seine Regierung am Dienstag einen Plan für weitere Lockerungen der Ausgangssperre ab Mitte Mai vorstellen wolle.

Seit Ausbruch der Pandemie starben in Spanien fast 23.000 Menschen (Stand 25.04.2020) nach einer Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2, das ist weltweit die dritthöchste Opferzahl nach den USA und Italien. Allerdings ging die Zahl der neuen Todesfälle zuletzt zurück. Auch wurden am Samstag den zweiten Tag in Folge mehr von der Lungenkrankheit COVID-19 Genesene als neu mit dem Coronavirus Infizierte registriert, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte.

Der Unmut wächst

In Spanien gilt seit dem 15. März ein Notstandsgesetz, das gerade erst um weitere zwei Wochen verlängert wurde. Das Fernsehen berichtete von neuen "Cacerolazos", bei denen die Menschen als Zeichen ihres Unmuts auf Balkonen und an offenen Fenstern auf Töpfe schlagen. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der persönlichen Freiheit sind in Spanien viel strikter als etwa in Deutschland. Erwachsene dürfen ihre oft vergleichsweise engen Wohnungen nur noch verlassen, um Lebensmittel oder Medikamente zu kaufen, zum Arzt zu gehen oder ihren Hund auszuführen.

Spanien Madrid im Ausnahmezustand für Coronavirus (picture-alliance/NurPhoto/A. Hurtado)

Lautstarker Protest von zwei Spaniern - mit Topf und Pfanne

Kinder unter 14 Jahren durften seit sechs Wochen sogar überhaupt nicht mehr aus dem Haus. Das ist nun vorüber. Täglich eine Stunde im Freien sind ab diesem Sonntag wieder erlaubt.

"Phase 2" in Italien

Mit Spannung erwarten auch die Italiener Entscheidungen ihrer Regierung über mögliche Lockerungen der strikten Ausgangssperre. Die Beschlüsse sollen Aufschluss darüber geben, in welchem Tempo die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone die Corona-Krise überwinden kann. Die aktuelle Ausgangssperre läuft am 3. Mai aus.

Laut Medienberichten sind schrittweise Lockerungen über einen Zeitraum von vier Wochen vorgesehen. Demnach könnten die Italiener Anfang Mai zum ersten Mal seit dem 9. März ohne zwingenden Grund ihre Wohnungen verlassen. Auch Parks könnten dann öffnen. Restaurants dürften wieder Essen zum Abholen anbieten, heißt es. Museen könnten möglicherweise am 18. Mai öffnen, um "der Welt eine optimistische Botschaft zu senden, dass Italien (mit Vorsicht) zurück ist", schrieb die Zeitung "Corriere della Sera". Doch selbst diese stufenweisen Lockerungen könnten bei ersten Anzeichen für einen Anstieg der täglichen Infektionszahlen wieder zurückgenommen werden.

Italien Regierung gescheitert - Guiseppe Conte gibt auf (Reuters/A. Bianchi)

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte: Wird auch er Lockerungen verkünden?

In Italien wurden bisher rund 26.400 Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 gezählt. "Das Coronavirus ist geschwächt worden, aber nicht besiegt", sagte der Notfallschutz-Beauftragte Domenico Arcuri. Die "Phase 2" sehe eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätze und landesweite Antikörpertests vor. Die Verteilung der Tests in den Regionen solle am 4. Mai beginnen. Arcuri warnte aber auch, "kein Test der Welt" sei hundertprozentig sicher.

wa/pgr (dpa, afp, rtr)

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