Saakaschwilis Anhänger müssen Protestcamp räumen | Aktuell Europa | DW | 03.03.2018
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Ukraine

Saakaschwilis Anhänger müssen Protestcamp räumen

Seit dem vergangenen Oktober harrten Unterstützer des ukrainischen Oppositionsführers Michail Saakaschwili in Zelten vor dem Parlament in Kiew aus. Jetzt wurde ihr Lager gewaltsam aufgelöst.

Bereits am Dienstag war es vor dem Parlament zu ersten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Von offizieller Seite hieß es, die Sicherheitskräfte hätten verhindern wollen, dass die Teilnehmer des Camps Reifen anzünden. Dabei seien sie mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden.

Nun ging den Behörden das Treiben vor der Obersten Rada offenbar zu weit. Am Samstagvormittag wurde das Camp im Zuge der Ermittlungen zu den Zusammenstößen geräumt. Dabei seien rund 100 Menschen vorübergehend festgenommen oder zur Datenabgabe aufgefordert worden, sagte ein Behördensprecher örtlichen Medien zufolge.

Verletzte auf beiden Seiten

Zudem habe man unter anderem Granaten und Rauchbomben gefunden. Die Nachrichtenagentur Interfax berichtet von sechs Demonstranten und vier Polizisten, die bei der gewaltsamen Auflösung des Protestlagers verletzt worden sein sollen.

Das Camp wurde im Oktober 2017 von Anhängern Michail Saakaschwilis ins Leben gerufen. Dem Oppositionsführer war wenige Wochen zuvor die von Präsident Petro Poroschenko verliehene ukrainische Staatsangehörigkeit wieder entzogen worden. Saakaschwili lebt mittlerweile bei Familienangehörigen in den Niederlanden, die Demonstranten jedoch sind geblieben. Sie fordern den Rücktritt von Staatschef Poroschenko, die Freilassung von Mitstreitern und einen stärkeren Kampf gegen die weit verbreitete Korruption in der Ukraine.

djo/fab (ap, dpa, rtr)